Gasometer Oberhausen

Inszenierter Innenraum des Gasometer Oberhausen. Foto. RIK/Guntram Walter
Inszenierter Innenraum des Gasometer Oberhausen. Foto. RIK/Guntram Walter

1909 wird an der Essener Straße die Eisenhütte II gebaut. 1913 wird die Genehmigung zum Bau des so genannten „Beamtengesellschaftshauses” erteilt, dem späteren Werksgasthaus und heutigen TZU. Zwischen dem Werksgelände und dem Schloss Oberhausen ist die Angestelltensiedlung Grafenbusch entstanden. Die 1906 verlegte und stark begradigte Emscher hat ihren heutigen Verlauf. Parallel verläuft der 1914 fertiggestellte Rhein-Herne-Kanal. Als größerer naturnaher Landschaftsraum ist nur der heutige Grafenbusch (damals Großer Busch) geblieben.

Im Zuge der Verbundwirtschaft Zeche - Kokerei - Hütte - Kohlechemie wird zwischen 1927 und 1929 der mit 117,5 Meter Höhe heute noch größte Gasometer Europas gebaut, als Zwischenspeicher für Gicht- bzw. Kokereigas. In den 1930er-Jahren integriert der Konzern der Gutehoffnungshütte alle Montansektoren vom Bergbau über die Eisen- und Stahlerzeugung, Weiterverarbeitung, Maschinenbau bis hin zur Spedition. In diesem Produktionsverbund entsteht 1921 bis 1925 das als ein Hauptwerk des Architekten Peter Behrens geltende Hauptlagerhaus an der Essener Straße, heute Depot und Ausstellungsgebäude des LVR-Industriemuseums.

Nach der Behebung von Kriegsschäden sowie einem Brand 1946, bei dem er bis auf das Fundament abgebaut werden musste, wird der Gasometer 1949 wieder in Betrieb genommen. Im Zuge der aliierten Entflechtung geht die Hüttenwerke Oberhausen AG als Nachfolgerin der Gutehoffnungshütte im Eisen- und Stahlbereich hervor. 1963 produzieren noch sieben Hochöfen und dreiu Stahlwerke. 1967 übernimmt Thyssen die Werke an der Essener Straße. Der letzte Hochofen wird 1979 stillgelegt. Gleiches gilt auch für die weiterverarbeiteten Anlagen. Nach Stillegung der Hochöfen wird der Gasometer noch zehn Jahre als Speicher für Koksgas der Kokerei Osterfeld betrieben. Mit Stilllegung der Kokerei im Jahre 1988 ist die Zeit des Gasometers als Gasbehälter endgültig abgelaufen. 

Innenansicht des Gasometer Oberhausen. Foto. RIK/Guntram Walter
Innenansicht des Gasometer Oberhausen. Foto. RIK/Guntram Walter

Umbau im Rahmen der IBA Emscher Park

Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park wird der Gasometer Anfang der 1990er-Jahre zur Ausstellungshalle umgebaut. Die Scheibe wurde auf einer Höhe von viereinhalb Metern fixiert und dient neben dem Erdgeschoss als zweite Ausstellungsebene. Außerdem wurde eine Außentreppe bis zum Dach mit einem integrierten Aufzug errichtet. Das Gasometerdach ist mit mehreren Besichtigungsplattformen ausgestattet. Sie sind zu Fuß oder per Panoramaaufzug mit verglaster Kabine innerhalb des Gasometers zu erreichen.

Die 1994/95 stattfindende erste Ausstellung „Feuer und Flamme - 200 Jahre Geschichte im Ruhrgebiet” bringt den Nachweis einer erfolgreichen Folgenutzung des gigantischen Industriebaus als fantastischer Ausstellungsraum. Die jährlich stattfindenden Ausstellungen vermitteln dem Besucher das einmalige Raum- und Klangerlebnis eindrücklich. Zum IBA-Finale 1999 präsentierte sich ein ganz besonderes Raumprojekt: Christo und Jeanne-Claude verzichten auf Nadel, Faden und Tuch und realisieren „The Wall”: 13.000 bunte Ölfässer werden in mehreren Reihen hintereinander zu einer Höhe von 26 Metern aufgeschichtet und sollen den Gasometer in zwei gleiche Teile zerschneiden. So wird das zentrale IBA-Thema, die ökologische, kultuelle, soziale und ökonomische Umgestaltung des Ruhrgebiets künstlerisch umgesetzt. 

zurück 3/3

Kontakt & Infos

Gasometer Oberhausen
Arenastr. 11
46047 Oberhausen

Öffnungszeiten

Di-So & Fei 10-18 Uhr, Mo Ruhetag (Ausnahme: Ferien & Brückentag)

ÖPNV

Von Oberhausen Hbf ab Terminal 1 mit jedem Bus und jeder Straßenbahn bis „Neue Mitte Oberhausen”, dann 5 Minuten Fußweg 

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

metropolradruhr

Nächster Standort: Oberhausen Hbf.(Westausgang), 3,7 km, 18 Min.;
Oberhausen Hbf., 3,5 km, 17 Min.; Neue Mitte/CentrO, 0,9 km, 4 Min.

www.metropolradruhr.de

GASTRONOMIE

Café Gasometer
Telefon: +49 (0)201.8301298
www.cultural-service.de

Partner der Ruhr.Topcard 2019