Hohenhof

Historische Ansicht des Hohenhofes. Quelle: RIK Archiv
Historische Ansicht des Hohenhofes. Quelle: RIK Archiv

Der begüterte Hagener Bankierssohn Karl Ernst Osthaus, geboren im Jahre 1874, hat seine eigene Vision vom Leben im Industrie- gebiet. Er weiß um die Misere schlechter Lebensverhältnisse, die die industrielle Entwicklung mit sich gebracht hat. Und er wendet sich gegen ein Unternehmertum, welches Kunst und Schöngeist aus Leben und Architektur verbannt hat. Osthaus plädiert für eine „Veredelung” der Menschen - er will Kunst und Kultur in seine von ihm als freudlos angesehene Heimatstadt bringen. 1902 eröffnet er in Hagen das Museum Folkwang, dessen Sammlung später von der Stadt Essen übernommen wird. Sein großes Projekt jedoch ist die Villen-Gartenstadt Hohenhagen. Seit 1906 plant er die Kolonie, die er hier auf einer bewaldeten Hochfläche errichten will.

Neben dem attraktiven Landschaftsprofil ist es vor allem auch der Straßenbahnanschluss, der seine Entscheidung für das Gebiet südöstlich des Stadtteils Eppenhausen beeinflusst. Osthaus' Idee ist eine Künstlerkolonie mit Vorbildcharakter: Hohenhagen ist gedacht als Kulturoase inmitten des Industriebezirkes. Karl Ernst Osthaus will mit der Kolonie ein Beispiel setzen gegen das Absinken des Ruhrgebietes in eine völlig ungeplante Ansammlung aus tristen Fabriken und Kolonien.

Insgesamt 16 Villen waren geplant und Osthaus holte hervorragende Künstler als Architekten zur Realisierung heran. Peter Behrens und Henry van de Velde entwarfen den Bebauungsplan der als modern-experimentelles Gesamtkunstwerk konzipierten Kolonie, die jedoch nur in Bruchstücken realisiert wurde. Die Häusergruppe am nördlichen Stirnband wurde einheitlich nach Plänen des Künstlerarchitekten J.L.M. Lauwerik errichtet. Behrens entwarf drei Häuser an der Haßleyer Straße. Die Krönung der Kolonie sollte der Hohenhof sein. 1908 bezieht Osthaus die vom Belgier Henry van de Velde entworfene Villa mit dem Blick aufs Tal.

Der Hohenhof war als bekrönender Abschluss eines terrassierten Hanges gedacht. Der Grundriss des Gebäudes hat die Form eines Doppelhakens. Das Baumaterial entsprach der bergisch-märkischen Tradition: Das blauschwarze Gestein eines benachbarten Steinbruchs verbindet sich harmonisch mit schwarzer Niedermendiger Basaltlava und bläulichem Moselschiefer, kombiniert mit weiß und grün für Türen und Fenster. Nur die östliche Hangfassade zeigt Achsensymmetrie, während die Eingangs- und Gartenseiten die unregelmäßige Raumaufteilung im Innern widerspiegeln.

zurück 2/3 vor

Kontakt & Infos

Hohenhof
Die Jugendstil-Villa des Osthaus Museums Hagen
Stirnband 10
58093 Hagen
Telefon: +49 (0) 2331 / 20 73 1-38

Öffnungszeiten

Sa/So 11-18 Uhr

ÖPNV

Von Hagen Hbf ZOB mit Bus 527 "Stirnband"

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

Der Hohenhof ist eine Außenstelle des Osthaus Museum Hagen:
Kunstquartier Hagen
Museumsplatz 1
58095 Hagen
Telefon: +49 (0) 2331 / 2073138

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 11 - 18 Uhr
Das Kunstquartier Hagen ist am 24.12./25.12./31.12./1.1./1.5. sowie Oster- und Pfingstmontag geschlossen.