Hohenhof

Blick in den Hohenhof. Foto: RIK Archiv
Blick in den Hohenhof. Foto: RIK Archiv

Van de Velde schuf die Innenarchitektur vollständig aus einem Guss: Möbel, Wanddekorationen und Bodenbeläge, Lampen und Stoffe, Geschirr und Besteck wurden nach eigenen Entwürfen in Absprache mit dem Bauherrn gestaltet. Von Bedeutung für die dekorative Gestaltung der Haupträume waren verschiedene Kunstwerke, um die herum die Einrichtung farblich komponiert wurde: Ferdinand Hodlers „Auserwählter” im Empfangsraum, Edouard Vuillards „Herbst von Paris” im Damenzimmer. Henri Matisse malte für den Wintergarten ein Fliesentryptichon, von Jan Thorn-Prikker stammen die Treppenhausverglasung sowie die starkfarbige Schablonenmalerei im Arbeitszimmer. Sandsteinreliefs von Hermann Haller flankieren das Hauptportal.

Van de Velde schuf einen typischen Architektengarten mit geometrischem Grundriss und architektonischer Raumbildung. Die südliche Gartenachse, deren Hauptmotiv, die Serenite von Maillol, leider zerstört ist, zielt direkt auf das Arbeitszimmer. Heute steht auf dieser Achse das Grabmal Osthaus. Karl Ernst Osthaus stirbt bereits 1921 im Alter von 46 Jahren. Das Gesamtkunstwerk Hohenhagen kann nicht vollendet werden. 

Der Hohenhof Hagen. Foto: RIK/Guntram Walter
Der Hohenhof Hagen. Foto: RIK/Guntram Walter

Osthaus: Impulse für die Stadt Hagen

Osthaus hat viele Impulse im Hagener Stadtbild hinterlassen. Auch nördlich des Hohenhofes ist die Erinnerung an Osthaus lebendig: Die Thorn-Prikker- und die Milly-Steger-Straße erinnern an Künstler, die von Karl Ernst Osthaus verehrt wurden. Der Maler und die Bildhauerin gehörten zu jenen Künstlern und Intellektuellen, die Häuser in der Künstlerkolonie am Stirnband bewohnt haben.

Ein weiteres Beispiel für Osthaus' Gestaltungswillen ist die „Walddorf-Siedlung”. 1907 erhielt Richard Riemerschmid den Auftrag, eine Siedlung in der Nähe des Hohenhofes mit 87 Häusern zu konzipieren. Leider konnten nur sechs Häuser ausgeführt werden. Ein Straßenzug, das ausgeführte Fragment der „Walddorf-Siedlung”, lässt den rustikalen Charakter der unterschiedlich gestalteten, kleinen Wohnhäuser aus grauem Kalksandstein mit grünen Fensterläden erkennen.

Leider auch nicht vollständig verwirklicht wurde die „Gartenvorstadt Emst”. Hier sollten weniger begüterte Hagener ein lebenswertes Leben in der Großstadt und trotzdem nah an der Natur führen können.

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Kontakt & Infos

Hohenhof
Die Jugendstil-Villa des Osthaus Museums Hagen
Stirnband 10
58093 Hagen
Telefon: +49 (0) 2331 / 20 73 1-38

Öffnungszeiten

Sa/So 11-18 Uhr

ÖPNV

Von Hagen Hbf ZOB mit Bus 527 "Stirnband"

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

Der Hohenhof ist eine Außenstelle des Osthaus Museum Hagen:
Kunstquartier Hagen
Museumsplatz 1
58095 Hagen
Telefon: +49 (0) 2331 / 2073138

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 11 - 18 Uhr
Das Kunstquartier Hagen ist am 24.12./25.12./31.12./1.1./1.5. sowie Oster- und Pfingstmontag geschlossen.