Lindenbrauerei

Historische Ansicht der Lindenbrauerei. Quelle: RIK Archiv
Historische Ansicht der Lindenbrauerei. Quelle: RIK Archiv

Das Brauwesen ist in Unna seit 1346 nachweisbar. Doch es sind eine Vielzahl von Kleinbrauereien, die das Stadtbild bis weit ins 19.Jahrhundert mitbestimmen, zumeist sind sie mit Gast- und Schankwirtschaften verbunden. 1859 eröffnet Wilhelm Rasche mit seinem Schwager Wilhelm Ulmcke zwischen der Stadt Unna und dem Alten Westfriedhof die Lindenbrauerei. Zunächst ist sie noch ein Kleinbetrieb neben elf anderen in Unna. Doch der Ausbau der Lindenbrauerei geht schnell voran. Schon ab 1883 bestimmen nur noch die beiden industriell betriebenen Brauereien, die Lindenbrauerei und die weiter im Norden der Stadt gelegene Adlerbrauerei das Brauwesen von Unna.

Durch den steigenden Bierausstoß werden umfangreiche Umbauten notwendig. 1889 muss deswegen der Nordring in seinem unteren Verlauf bis zur Einmündung in die Massener Straße weiter nach Osten verlegt werden.

Historische Ansicht der Lindenbrauerei. Quelle: RIK Archiv
Historische Ansicht der Lindenbrauerei. Quelle: RIK Archiv

Fusion mit der Hansabrauerei

Während die Bierproduktion im ersten Jahr 690 Hektoliter umfasst hat, erzielt man im Jahre 1895 schon mehr als 65.000 Hektoliter. Möglich ist die enorme Umsatzsteigerung vor allem durch zusätzliche Dampfkessel geworden. Ebenfalls 1895 wird das Familienunternehmen Lindenbrauerei in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der gute Ruf der Lindenbrauerei geht mitterweile weit über die Grenzen von Unna hinaus.

1918 fusionieren die Lindenbrauerei und die Hansabrauerei in Dortmund, wobei Hansa der größere Partner ist. Die wirtschaftliche Lage nach dem Ersten Weltkrieg mit der starken Inflation führt 1922 zu einer weiteren Vereinigung: Der einstige große Konkurrent in Unna, die seit 1867 produzierende Adlerbrauerei wird mit der Lindenbrauerei vereinigt. Der Zusammenschluss zur Linden-Adler-Brauerei sichert beiden Brauereien das Überleben - in den Nachbarstädten Schwerte, Kamen, Lünen, Werl, Soest und Menden sind mittlerweile alle Brauereien stillgelegt worden.

Historische Ansicht der Lindenbrauerei. Quelle: RIK Archiv
Historische Ansicht der Lindenbrauerei. Quelle: RIK Archiv

Eigener Straßenname zum Jubiläum

Während des Zweiten Weltkrieges wird das Braugetreide rationiert. Der Alkoholgehalt des Bieres sinkt immer mehr. Doch die Lindenbrauerei verbraucht nicht nur Rohstoffe - sie stellt auch den nach Zerstörung der Möhnetalsperre 1943 sehr wertvollen Rohstoff Wasser zur Verfügung. Ein Teil der Stadt Unna wird für mehrere Tage mit Trinkwasser aus der Brunnenanlage der Lindenbrauerei versorgt. Die 700-Jahr-Feier von Unna 1950 wird maßgeblich von Linden- und Adlerbrauerei durch Jubelbier und zahlreiche große Bierzelte an verschiedenen Orten in Unna mitgestaltet. Kurz vor ihrem 100-jährigen Bestehen 1959 erhält der Abgrenzungsweg zwischen Westfriedhof und Lindenbrauerei den Namen „Lindenweg”. Beide Jubiläen werden zum Volksfest für Unna.

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Kontakt & Infos

Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna
Lindenplatz 1
59423 Unna
Telefon: +49 (0) 2303 / 10 37-51
Kulturzentrum Lindenbrauerei
Rio-Reiser-Weg 1
59423 Unna
Telefon: +49 (0) 2303 / 55 11 2-0

Öffnungszeiten und Führungen

Zentrum für Internationale Lichtkunst
Di-Fr 13, 15, 17 Uhr
Sa/So/Fei 12, 13, 14, 15, 16, 17 Uhr
jeden 1. So 12-17 Uhr offene Begehung (Besuch ohne Führung möglich)
jeden 2. So 11 Uhr Familienführung (tel. Anmeldung)

ÖPNV

Vom Bahnhof Unna 15 Minuten Fußweg oder mit Bus C40 oder C42 bis "Lindenbrauerei"

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

GASTRONOMIE

Schalander - Kneipe im Kulturzentrum
Telefon +49 (0)2303.251120
www.lindenbrauerei.de/schalander.html

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