Altes Schiffshebewerk Henrichenburg

Das Schiffshebewerk Henrichenburg. Foto: RIK/Sascha Kreklau
Das Schiffshebewerk Henrichenburg. Foto: RIK/Sascha Kreklau

1856 bildete sich in Dortmund eine Vereinigung von Kanalförderern, gestützt vor allem von den immer mächtiger werdenden Hüttenbaronen. Neue Techniken der Eisenverhüttung und Stahlproduktion waren auch ins östliche Ruhrgebiet eingezogen. Sie erhöhten die Nachfrage nach hochwertigen ausländischen Eisenerzen, und deren Transport ins weit landein gelegene Dortmund ist ebenso schwierig wie teuer.

Die Verwirklichung des lang gehegten Planes, eine durchgängige Wasserstraße vom östlichen Ruhrgebiet zur deutschen Nordseeküste zu bauen - nicht zuletzt auch, um im Kriegsfall die niederländische Rheinmündung zu umgehen - begann sich durchzusetzen. Seine Verwirklichung war dann greifbar nahe, als 1866 das Königreich Hannover an Preußen fällt. Das gesamte Gebiet zwischen der Ruhr und deutscher Nordsee war nun in preußischer Hand. 

Das Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop. Foto: RIK/Sascha Kreklau
Das Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop. Foto: RIK/Sascha Kreklau

Eine Meisterleistung: der Rhein-Herne-Kanal

Die schnell fortschreitende Industrialisierung des Ruhrgebiets löst einen größeren Transportbedarf aus, vor allem für schwere Güter wie Erz und Stahl. Während früher noch die Ruhr als Transportweg für Kohle und Eisenerz ihrer Aufgabe gerecht werden konnte, erfordern die größeren eisernen Frachtkähne neue und größere Wasserstraßen. Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich eröffnet 1899 nach acht Jahren Bauzeit den Dortmund-Ems-Kanal und zugleich das in fünf Jahren erbaute Schiffshebewerk Henrichenburg. Der Dortmund-Ems-Kanal überwindet auf einer Länge von 225 Kilometern einen Höhenunterschied von 70 Metern. Dazu sind 17 Kanalstufen erforderlich. Von ihnen ist das Hebewerk Henrichenburg mit einer Hebeleistung von 13,5 Metern die größte. Eisenerz kann nun auf dem Wasser in großen Mengen in das östliche Ruhrgebiet transportiert werden. Der hier produzierte Stahl geht dann den gleichen Weg zurück, und die deutschen Nordseewerften verbauen viel davon gleich in den kaiserlichen Aufrüstungs- und Flottenbauprogrammen. Industrie und deutsche Politik - diese Verbindung gibt es nicht nur in Henrichenburg.

1914 wird eine weitere wichtige Transportverbindung fertiggestellt - der Rhein-Herne-Kanal. Eine Meisterleistung, hat man doch aufgrund der unter dem Kanal liegenden ausgebeuteten Flöze sehr stark mit Bergsenkungen zu kämpfen. Der Rhein-Herne-Kanal wird schnell zur verkehrsreichsten Wasserstraße Westeuropas und zieht den Bau einer Reihe von neuen Häfen nach sich. Besonders im östlichen Ruhrgebiet soll das Schiff viele Massengüter der Industrie transportieren, es entfallen die Umschlagplätze vom Schiff auf die Schiene.

Das Schiffshebewerk ist genau am Abzweig des Rhein-Herne-Kanals vom Dortmund-Ems-Kanal positioniert. 1914 geht die Schleuse neben dem Schiffshebewerk in Betrieb. Die Kapazität an Schiffen kann so erhöht werden, und im Falle eines Hebewerkdefektes ist der Durchgangsverkehr gewährleistet.

1938 wird das westdeutsche Kanalnetz weiter ausgebaut. Der Mittellandkanal verbindet den Dortmund-Ems-Kanal mit der Weser. Das Ruhrgebiet hat nun Zugang zu Rhein, Ems und Weser. 

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Kontakt & Infos

LWL-Industriemuseum
Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 26
45732 Waltrop
Telefon: +49 (0) 2363 / 97 07-0

Öffnungszeiten / Führungen

Di–So sowie feiertags 10–18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

Jeden Sonn- und Feiertag findet von 11–12.30 Uhr eine offene Führung für Einzelbesucher statt. Die Führung ist kostenfrei, es ist nur der Museumseintritt zu zahlen. Mehrmals am Tag startet das Fahrgastschiff  „Henrichenburg“  im Sommerhalbjahr vom Kai am unteren Vorhafen des Museums zu Touren über die Kanäle. Details und weitere Programmangebote sind auf der Internetseite des Museums gelistet. 

ÖPNV

Bus 231 von Recklinghausen Hbf bis „Datteln Kanalstraße” oder Bus SB 22 von Castrop-Rauxel Hbf bis „Datteln Wittener Straße”

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

GASTRONOMIE

Gastrobus
Telefon +49 (0) 2363 / 91 83 13
www.gastrobus.com

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