Zeche Zollverein XII - Geschichte

Quelle: Stiftung Zollverein/Bildstelle Essen
Quelle: Stiftung Zollverein/Bildstelle Essen

Die Suche des Unternehmers Franz Haniel nach geeigneten Kohlenfeldern, mit denen der Koksbedarf für seine Hütten gedeckt werden kann, hat nicht zufällig in Katernberg ein vorläufiges Ende: Entscheidend ist neben den gefundenen Kohlenflözen, dass die Cöln-Mindener Eisenbahn einen überregionalen Transport garantiert. Haniel begann im Jahre 1847 mit dem Abteufen von Schacht 1 der Zeche mit dem Namen Zollverein, benannt nach den Abkommen, die seit 1835 die Zollschranken der einzelnen Deutschen Staaten beseitigten. 1852 startet die regelmäßige Förderung.

Durch die starke Kohlennachfrage seitens der Stahl und Eisenindustrie stieg wenig später die Förderung sehr stark an. Doch der Abbau der südöstlichen Kohlenfelder Zollvereins von Schacht 1 und 2 aus erschien ungünstig. Deshalb begann im Jahre 1882 die Förderung auf Schacht 3 im Osten des Grubenfeldes. Nördlich der Gründeranlage beginnt Schacht 4 1893, an gleicher Stelle Schacht 11 ab 1928. Die Kohle wird dort in der zum Schacht gehörenden Kohlenwäsche und der Kokerei weiterverarbeitet. Im Süden der Grubenfelder fördert seit 1897 der Schacht 6. Hier gibt es keine eigene Wäsche, die Kohle wird zur Weiterverarbeitung über eine Seilbrücke zur Schachtanlage 1/2 transportiert.

Um die Jahrhundertwende arbeiten auf Zollverein mehr als 5.000 Mann. Um 1900 leben in den drei Gemeinden nun 30.000 Menschen. Damit ist die Landbürgermeisterei Stoppenberg die größte Preußens.

Vor allem die 1932 in Betrieb genommene Zentralschachtanlage XII beeindruckt in Form, Funktion und Dimension. Die Kohle aus den Feldern der übrigen Zollvereiner Schachtanlagen gelangt unter Tage zu Schacht XII. Diese wird dort voll mechanisiert zu Tage gefördert und weiterverarbeitet. Mit Schacht XII wird die Kohlenförderung auf allen anderen Schächten Zollvereins nach und nach eingestellt. Die alten Anlagen dienen nun, so noch vorhanden, der Seilfahrt, der Wetterführung oder der Materialförderung.

100 Jahre Zollverein spiegeln sich wider im Siedlungsmuster von Katernberg und Stoppenberg, die seit 1929 Stadtteile Essens sind. Die Familie Haniel muss schon seit den Anfängen der Zeche für ausreichenden Wohnraum der Arbeiterschaft sorgen. Schon 1859 beginnt man mit dem Bau der Wohnsiedlungen, den Kolonien. Sie werden in unmittelbarer Schachtnähe gebaut, da die Kumpel den Weg zur Zeche zu Fuß zurücklegen müssen. Die Kolonien stehen nun neben den Schachtanlagen als Zeichen der Industrialisierung des Raumes. Im Hegemannshof ist 1860 Baubeginn, die Kolonie Ottekampshof von 1873 oder auch die Kolonie III in der Schlägel- und Eisenstraße von 1883 sollen den Zollvereinern ein dauerhaftes Zuhause bieten. Ungemein wichtig sind bis nach dem Zweiten Weltkrieg die großen Gärten: 500 bis 600 m² Anbaufläche pro Familie und Ställe für Kleinvieh sorgen dafür, daß die Kumpel vom Lohn nicht auch noch teure Lebensmittel kaufen müssen. In den 1920er-Jahren wohnen nahezu alle Zollvereiner in zecheneigenen Häusern.

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Kontakt & Infos

UNESCO-Welterbe Zollverein
Areal A [Schacht XII]
Kohlenwäsche, Schacht XII [A14]
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 24 68-10

Öffnungszeiten
Werkschwimmbad: 14. Juli bis 2. September 2018 / täglich 12–20 Uhr (bei schlechtem Wetter geschlossen)
Eisbahn: 8. Dezember 2018 bis 6. Januar 2019

ÖPNV

Von Essen Hbf oder Gelsenkirchen Hbf mit Straßenbahn 107 bis „Zollverein“

metropolradruhr

Nächster Standort: Bf. E-Altenessen (S2/RE3), 3,9 km, 19 Min.

www.metropolradruhr.de

Radstation Zeche Zollverein XII

RevierRad Station
UNESCO-Welterbe Zollverein,
Areal A [Schacht XII],
Schalthaus 2 [A26],
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
1. April bis 31. Oktober: tägl. 10-18 Uhr
www.revierrad.de