Kokerei Zollverein

Foto: RIK/ Guntram Walter

Dem heutigen Besucher erschließt sich die Kokerei von der Mischanlage aus, d.h. er nimmt gewissermaßen den Weg der Kohle. Der Haupteingang lag dagegen auf der entgegengesetzten Seite, wo sich auch die Verwaltung und Laborgebäude sowie die Kaue und Sanitätsstation für die anfangs 500 Arbeiter befanden. Später arbeiteten rund 1.000 Beschäftigte im Vier-Schichten-Betrieb auf der Kokerei, denn gearbeitet wurde Tag und Nacht an 365 Tagen im Jahr. Die Öfen durften nicht kalt werden. Besonders an den Koksöfen und der Auskühlrampe waren die Arbeiter enormen Belastungen ausgesetzt: Hitze, Staub, Lärm und Gas machten die körperliche Arbeit noch beschwerlicher und auch gefährlich.

Die Auswirkungen der Stahlkrise Ende der 1980er Jahre blieb nicht ohne Folgen für die Kokereien. Die fehlende Nachfrage drosselte die Produktion. Als sich im Frühjahr 1993 die Lage zuspitzte, Kohle und Koks auf Halde lagen, beschloss die Ruhrkohle AG die Schließung der Kokerei.

Als die Kokerei stillgelegt wurde, stand der Erhalt der Anlage keineswegs zur Diskussion. Zunächst war ein Verkauf der technischen Anlagen nach China geplant, aber die Verhandlungen scheiterten und ein Abriss drohte. Er konnte abgewendet werden, als 1998 die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur die Kokerei in ihre Obhut nahm.

Die erfolgreiche Ausstellung "Sonne, Mond und Sterne. Kultur und Natur der Energie", die Abschlusspräsentation der Internationalen Bauausstellung Emscher Park im Jahr 1999, hat die Kokerei zum erstenmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem sind zahlreiche ungewöhnliche Kunstwerke und Freizeitangebote hinzu gekommen. Kunst, Kultur und Freizeit, regenerative Energien und Forschung machen die Kokerei heute zu einem spannenden und unterhaltsamen Erlebnisort. Auch die Geschichte kommt nicht zu kurz.

Ende 2010 ging die Kokerei auf die Stiftung Zollverein über, die in den kommenden Jahren die Sanierung fortgesetzen wird. Neue Konzepte und ein Masterplan bilden die Grundlage der weiteren Projekt- und Immobilienentwicklung, die auf der ehemaligen  "Weißen Seite" der Kokerei in Kooperation zwischen der Stiftung Zollverein und der RAG Montan Immobilien erfolgt, die hier im Frühjahr 2012 auch ihre neue Unternehmenszentrale eröffnet hat.. 

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Kontakt & Infos

Welterbe Zollverein
Infopunkt Kokerei

Parkplatz P C
Arendahls Wiese
45141 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 24681-0

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahn 107 bis „Ernestinenstraße“, dann mit Bus 183 bis „Kokerei Zollverein“ oder von Essen Hbf oder Gelsenkirchen Hbf mit Straßenbahn 107 bis "Zollverein" , dann ca. 5 Min. Fußweg

Denkmalpfad Zollverein

Denkmalpfad Zollverein – Führungen auf Zollverein Schacht Xll
Öffnungszeiten:
Mo-Fr  11 & 14 Uhr, 1. April bis 1. November 2017 auch 16 Uhr
Sa, So und feiertags stündlich 11-16 Uhr bzw. 1. April bis 1. November bis 17 Uhr
keine Führungen am 24., 25. und am 31. Dezember 

Denkmalpfad Zollverein – Führungen auf Kokerei Zollverein
Öffnungszeiten:
1. April bis 1. November 2017: Mo-Fr 11.30 & 14.30 Uhr
Sa, So und feiertags 11.30, 12.30, 13.30, 14.30, 15.30 & 16.30 Uhr
2. November 2017 bis 31. März 2018: Mo-Fr. 14.30 Uhr
Sa, So, feiertags 11.30 & 14.30 Uhr
keine Führungen am 24., 25. und am 31. Dezember 

www.zollverein.de

metropolradruhr

Nächster Standort: Bf. E-Altenessen (S2/RE3), 3,9 km, 19 Min.

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