Welterbe Zollverein

Zeche Zollverein 1/2/8

PACT Zollverein. Foto: Volker Hartmann
PACT Zollverein. Foto: Volker Hartmann

Waschkaue/ PACT Zollverein (B45)

Die Schachtanlage 1/2/8 ist die Gründungsanlage von Zollverein. Bauten aus den Gründungsjahren wird der heutige Besucher vergeblich suchen, sie sind nicht erhalten. Im Laufe der Betriebszeit wurden die ersten Übertagebauten in zwei großen Bauphasen, um die Jahrhundertwende und zwischen 1956 und 1964, ersetzt und das Bergwerk ausgebaut. So prägen heute vor allem Bauten aus diesen beiden Zeitabschnitten das Erscheinungsbild der Schachtanlage 1/2/8: Backsteinarchitektur im Rundbogenstil und Stahlfachwerkhallen im Stil der Neuen Sachlichkeit. Letztere stammen wiederum aus dem Planungsbüro des Industriearchitekten Fritz Schupp, der bereits für Zollverein Schacht XII in den 1920er Jahren engagiert worden war. Dieses Nebeneinander von Alt und Neu macht heute den Reiz der Schachtanlage aus.

Das Ensemble der Betriebsgebäude wurde 1906 um die Waschkaue für 3000 Bergleute ergänzt. Der Architekt Stolz aus dem Zollverein-Baubüro hat die Backsteinhalle mit dem tonnenförmigen Dach entworfen. Hier befanden sich die so genannte Hakenkaue, die Brausebäder und in den niedrigen Anbauten die Aborte. Auch Räume für die Versorgung oder Aufbahrung von Unfallopfern gehörten dazu. Neben Umkleiden und Waschen hatte das Gebäude für die Bergleute aber noch eine weitere wichtige Funktion: Denn hier befand sich auch die Lohnhalle, ebenso die Lampenstube mit ihren Zugängen zu den beiden Schächten. Zusammen mit Schacht 2 wurde auch die Kaue umgestaltet, von einer ursprünglichen Gemischtkaue zu einer Schwarz-Weiß-Kaue mit jeweils einer gesonderten für Jugendliche und Steiger. Der Vorteil einer Schwarz-Weiß-Kaue war, dass Straßen- und Grubenkleidung in jeweils unterschiedlichen Räumen untergebracht wurden, wo sie, in Körben verstaut, unter die Decke gezogen werden konnten. In der Lampenstube erhielten die Bergleute Grubenlicht und Selbstretter mit Filter gegen eventuell auftretendes Grubengas.

Auch die älteste Schachtanlage Zollvereins gehört zum Welterbe. Mit Kaue, Lohnhalle und Lampenstube, d.h. den für den unter Tage arbeitenden Bergmann die wichtigsten Übertageeinrichtungen, sowie der Seilfahrt, die ihn "rauf und runter" bringt, bildet Zollverein 1/2/8 eine wichtige Ergänzung zur zentralen Förderschachtanlage XII.

Seit einigen Jahren hat die Waschkaue eine neue Nutzung erhalten. Im Jahr 2000 zog das Choreographische Zentrum ein, das sich 2002 mit dem Projekt Tanzlandschaft Ruhr zu PACT Zollverein – "performing arts choreographisches zentrum nrw tanzlandschaft ruhr" – zusammenschloss. hier ein. Ein öffentliches Veranstaltungsprogramm bietet hochwertige Eigenproduktionen und Gastspiele aus den Bereichen Tanz, Performance, Installation und Theater. Wer solch eine Veranstaltung besucht, erhält einen Eindruck von den Räumlichkeiten, die inzwischen sorgsam saniert und umgestaltet wurden. So viel wie möglich von der originalen Substanz zu bewahren, war dabei oberste Gebot.

Baulager/ Keramische Werkstatt Margaretenhöhe (B52)

Schon seit über 20 Jahren ist die mehrmals preisgekrönte Keramische Werkstatt Margaretenhöhe heimisch auf der Schachtanlage und hat ihr Domizil in den Schuppen des ehemaligen Baulagers, leicht zurückversetzt und versteckt hinter einer hohen Hecke gegenüber von dem Parkplatzes an der Martin-Kremmer-Straße. Margarethe Krupp hatte 1924 die Werkstatt gegründet, um mit ihren Produkten die von ihr gestiftete Siedlung Margarethenhöhe im Essener Westen auszuschmücken. Nachdem sich die Anwohner über Rauchbelästigung beschwerten, musste sich die Werkstatt nach einer neuen Bleibe umsehen und fand sie zunächst auf der Zollverein Schachtanlage 6/9, bevor sie sich 1987 auf dem Gründungsschacht ansiedeln konnte. Unter Rückbesinnung auf die formalen Grundprinzipien des Bauhauses haben die Keramikerinnen Young-Jae Lee und Hildegard Eggemann ihre eigene Formensprache entwickelt. In die Suche nach der vollendeten Form fließen auch Formlösungen aus der Natur ein. Wer sich nicht nur für die ausgestellten Keramikwaren interessiert, sondern sehen möchte, wie entstehen, ist in der Werkstatt willkommen. Größere Gruppen sollten sich allerdings vorher anmelden.

Hauptmagazin und RAG Bildung, Kompetenzzentrum Zollverein (B 48)

Das von dem Architekten Stolze 1922 errichtete ehemalige Hauptmagazin an der heutigen Martin-Kremmer-Straße wird heute von TÜV NORD Bildung (ehemals RAG Bildung) genutzt. Das Kompetenzzentrum Zollverein beschäftigt sich aus anderer Perspektive mit dem Thema Design und fördert die Qualifikation für den gewerblichen Part der Designerberufe. Besonders die neue Ausbildung zum Technischen Produktdesigner verdeutlicht diese Zielrichtung.

design-stadt

Zollvereins Entwicklung zu einem international bedeutendem Zentrum für design schreitet voran. Im Anschluss an die Schachtbauten ist bereits der erste der geplanten Neubauten der neuen design-stadt entstanden. Mit der Gestaltung wurde Rem Koolhaas' renommiertes Office for Metropolitan Architecture (OMA) aus Rotterdam beauftragt. Das zukunftsorientierte Raum- und Ausstattungskonzept der Schürmann Ingenieurgesellschaft (SIG) lockt kreative Köpfe an. Inzwischen haben sich hier rund 20 Unternehmen niedergelassen: Agenturen, Designer, Architekten, Ingenieure, Kulturmanager, Galerien, IT-ler und Künstler.

Kontakt & Infos

UNESCO-Welterbe Zollverein
Areal A [Schacht XII]
Kohlenwäsche, Schacht XII [A14]
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 24 68-10

Öffnungszeiten
Werkschwimmbad: 14. Juli bis 2. September 2018 / täglich 12–20 Uhr (bei schlechtem Wetter geschlossen)
Eisbahn: 8. Dezember 2018 bis 6. Januar 2019

ÖPNV

Von Essen Hbf oder Gelsenkirchen Hbf mit Straßenbahn 107 bis „Zollverein“

Portal der Industriekultur

Zu einer multimedial inszenierten Reise durch die Metropole Ruhr bittet das Portal der Industriekultur im Besucherzentrum in der ehemaligen Kohlenwäsche. Innovative Informationsstationen präsentieren die Ankerpunkte der Route der Industriekultur in ihrer ehemaligen und heutigen Nutzung. Wort, Bild und Ton ziehen hier eine Klammer um Vergangenheit und Gegenwart.

Portal der Industriekultur
Besucherzentrum

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

metropolradruhr

Nächster Standort: Bf. E-Altenessen (S2/RE3), 3,9 km, 19 Min.

www.metropolradruhr.de

Radstation Zeche Zollverein XII

RevierRad Station
UNESCO-Welterbe Zollverein,
Areal A [Schacht XII],
Schalthaus 2 [A26],
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
1. April bis 31. Oktober: tägl. 10-18 Uhr
www.revierrad.de

GASTRONOMIE

Casino Zollverein
Telefon +49 (0)201 / 83 02 40
www.casino-zollverein.de

Butterzeit!
Telefon +49 (0)201 / 43 64 35 01
www.butterzeit.com

Café Kohlenwäsche
Telefon +49 (0)201 / 86 87 70 2
www.imhoff-essen.de

die kokerei - Café & Restaurant Zollverein
Telefon +49 (0)201 / 83 01 298
www.cultural-service.de

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