Zeche Nachtigall

Historische Ansicht der Zeche Nachtigall. Quelle: RIK Archiv
Historische Ansicht der Zeche Nachtigall. Quelle: RIK Archiv

Schon seit Jahrhunderten, Überlieferungen halten das Datum 1714 fest, graben die Bauern in diesem Gebiet nach Kohlen für ihren Eigenbedarf. 1743 erwirbt der Adelige von Elverfeldt für die Zeche Nachtigall das Recht, Steinkohle abzubauen. Die Kohle wird in Kleinbetrieben mit drei bis sechs Mann abgebaut. Die Bergleute halten zur Selbstversorgung oft Ziegen und Schweine und bauen Gemüse, Kartoffeln und auch Obst an. Insbesondere Pflaumen werden zu Dörrobst getrocknet, was den Arbeitern oftmals den Namen „Prumenkötter” einbringt.

Die Kohlengrabungen beschränken sich lange Zeit auf das Graben von Löchern, den so genannten Pingen. Jedoch haben Flurschäden durch den Pingenbau die Landwirtschaft zum Teil erheblich beeinträchtigt. Mitte des 18. Jahrhunderts kommt es dann zu den ersten Stollenbauten. In die Stollen eindringendes Wasser wird durch Erbstollen zur Ruhr abgeführt. Neben der Wasserführung leisten solche Stollen auch die Ableitung der Grubengase, die Frischluftzufuhr und teilweise auch den Kohlentransport.

Lange Zeit werden Haspelanlagen zur Förderung der Kohle benutzt. Den Antrieb leisten zunächst Mensch und Pferd. 1829 wird eine 6 km lange Schienenbahn zum Kohlentransport mit Pferdeantrieb gebaut. Sie führt südwärts zur Kohlenniederlage der Straße nach Wuppertal und in das Bergische Land sowie das Siegerland zur Versorgung der Eisenhütten. Nach Norden führt die Muttentalbahn zur Kohlenniederlage an der Ruhr. Schon 1780 ist die Ruhr durchgängig von Herdecke bis zum Rhein schiffbar - für den Kohlentransport, der vorher auch über längere Distanzen mit Schubkarren und Pferden erfolgt ist, eine große Erleichterung.

Bald lösen Dampfmaschinen das Wasserhaltungsproblem. Sie machen den Abbau von Kohle auch unterhalb des Wasserspiegels der Ruhr möglich. 1832 wird der erste Tiefbauschacht der Zeche Nachtigall abgeteuft. Um die dafür erforderlichen immensen Kapitalmengen aufbringen zu können, schließen sich mehrere Kleinzechen in der Umgebung von Nachtigall zusammen und gründen eine Betriebsgesellschaft, eine so genannte „Gewerke”. 1844 ist die Zeche Nachtigall bereits die größte Zeche im Ruhrgebiet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiten hier etwa 300 bis 500 Menschen in Tiefen bis zu 450 Metern. 

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Kontakt & Infos

LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Telefon: +49 (0) 2302 / 93 66 4-0

Öffnungszeiten und Führungen

Di-So sowie feiertags 10-18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

Führungen für Einzelbesucher durch den Nachtigallstollen:
Apr-Okt: Di-Fr 10.30 Uhr, 12.30 Uhr, 14.30 Uhr & 16.30 Uhr, Sa, So stündlich 10.30-16.30 Uhr
Nov-Mrz: täglich außer montags 10.30 Uhr, 12.30 Uhr, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr

Regelmäßig werden samstags auch die Hauerschicht und die Große Berkwerkstour für jeweils bis zu zwölf Teilnehmer ab zehn Jahren als offene Führungen für Einzelbesucher angeboten.

Sonntags um 14.30 Uhr finden offene Themenführungen zu Bergbau, Geologie, Kleinzechen und Kohlenschifffahrt sowie die Vorführung der historischen Fördermaschine statt. 

ÖPNV

Von Witten Hbf ca. 30 Min. Fußweg (links über Bergerstr., Herbeder Str., Ruhrdeich, Nachtigallbrücke); Von Bochum-Langendreer S-Bf  mit Bus 379 bis „Witten-Bommern Bf”, dann ca. 30 Minuten Fußweg

Muttental

Das Muttental ist jederzeit zugänglich
Informationen zum Muttental Stadtmarketing Witten
Telefon: +49 (0) 2302 /12 233

Bethaus
Muttentalstraße 35
Telefon +49 (0) 2302 / 31 951
Apr-Okt: Di-Fr 10-16 Uhr, So 11-18 Uhr
Nov-Mrz: Sa/So 11-18 Uhr


Gruben- und Feldbahnmuseum Museum
Nachtigallstraße 27-33
58452 Witten
Ostern bis Oktober: jeden 1. So im Monat 11-18 Uhr
www.muttenthalbahn.org

Zechenhaus Herberholz
Muttentalstraße 32
Telefon +49 (0) 2302 / 34 19
Mi, Sa, So, Fei 10-18 Uhr

Partner der Ruhr.Topcard 2019

Gastronomie

Museumsgastronomie „Auf Nachtigall“
Telefon: +49 (0) 2302 / 93 66 40
www.auf-nachtigall.de

Restaurant „Zur alten Tür“
Berghauser Straße 14
58452 Witten-Bommern
Telefon: +49 (0) 2302 / 73 523

Restaurant „Schloss Steinhausen“
Auf Steinhausen 30
58452 Witten-Bommern
Telefon: +49 (0) 2302 / 39 99 90
www.schloss-steinhausen.de