Jahrhunderthalle Bochum

Jahrhunderthalle Bochum. Foto: RIK / Guntram Walter
Jahrhunderthalle Bochum. Foto: RIK / Guntram Walter

1842 gründeten Jacob Mayer und Eberhard Kühne den Bochumer Verein - für lange Zeit eines der größten eisen- und stahlerzeugenden Unternehmen im Ruhrgebiet. 1844 arbeitete eine Gußstahlschmelze auf der Grünen Wiese - genau auf dem Gelände, auf dem mehr als 50 Jahre später die Jahrhunderthalle aufragen wird. 1845 beschäftigte die Gußstahlfabrik bereits 50 Arbeiter. Eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft erbrachte 1854 das zur schnellen Expansion benötigte Kapital: Hammerschmiede, Puddelwerk, weitere Walzwerke sowie eine Radsatz- und Eisendreherei entstehen. Das Bessemer-Verfahren ermöglichte ab 1865 die Schienenproduktion.

Von 1873 bis 1890 entstehen vier Hochöfen zur Roheisenproduktion. Für den Rohstoff Kohle kauft der Bochumer Verein ab 1858 Zechen auf. Von nun an präsentiert sich der Bochumer Verein mit eigenen Kohlenzechen, der Roheisenherstellung, der Stahlproduktion und der Weiterverarbeitung der Stähle als vollständig integriertes Unternehmen. 

1902 fanden fast 12.000 Arbeiter Lohn und Brot beim Bochumer Verein. Im gleichen Jahr präsentierte der Bochumer Verein sich bei der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf - der nationalen Form der Weltausstellung - mit einer riesigen Ausstellungshalle, der heutigen Jahrhunderthalle. Diese ist ein hervorragendes Beispiel für die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitete Stahlkonstruktion. Das Besondere sind die als „Bogenbinder” ausgebildeten Träger. Auf der Düsseldorfer Ausstellung war die Halle mit viel Stuck im Zeitgeschmack verkleidet und gipfelte in einem 70 Meter hohen Glockenturm. Nach Ende der Austellung wurde die Halle demontiert und 1903 in Bochum wieder errichtet, allerdings ohne die opulenten Verzierungen und Glockenturm.

Die Halle diente ab 1903 als Gaskraftzentrale. Wie andere Hochofenwerke um die gleiche Zeit wollte auch der Bochumer Verein zu einer intensiveren Nutzung der im Hochofen erzeugten Gichtgase übergehen. Diese wurden zur Erzeugung von elektrischem Strom und von Wind für den Hochofenbetrieb genutzt. Als im Ersten Weltkrieg die Stahlnachfrage steigt, wurde die Halle sowohl an der Ostseite durch einen Querflügel als auch an der Westseite durch eine Verlängerung vergrößert. Später folgten als Anbau noch drei Kesselhäuser und ein Gasgebläsemaschinenhaus sowie weitere Verlängerungen bis auf die heutige Größe von 158 Meter in der Länge, 34 Meter in der Breite und 21 Meter in der Höhe.

Mit etwa 16.500 Arbeitern erreicht der Bochumer Verein 1938 die höchste Beschäftigtenzahl. Nach Erwerb der Aktienmehrheit durch die Krupp'sche „Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG” erfolgte 1966 die Fusion zur „Friedrich Krupp Hüttenwerke AG”, die sich seit 1980 kurz „Krupp Stahl AG” nennt. Der letzte Hochofen auf dem Bochumer Werksgelände wurde Ende der Sechzigerjahre stillgelegt. Die Maschinen in der damit funktionslos gewordenen Gaskraftzentrale wurden demontiert. Die Halle diente seit dieser Zeit bis Anfang 1991 als Lager und Werkstättengebäude der Krupp Stahl AG. 

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Kontakt & Infos

Bochumer Veranstaltungs-GmbH
Jahrhunderthalle Bochum
An der Jahrhunderthalle 1
44793 Bochum
Telefon: +49 (0) 234 / 36 93-100

Öffnungszeiten

RUHR.INFOLOUNGE Bochum
Besucherzentrum im Pumpenhaus 2
Telefon: +49 (0) 234 / 36 93 111

Nov-Mrz: Sa/So 10-17 Uhr,
Apr-Okt: Di-Fr 12-18 Uhr,
Sa/So 10-18 Uhr

Die Jahrhunderthalle selbst ist gewöhnlich nur im Rahmen von Veranstaltungen zu besichtigen.

ÖPNV

Von Bochum Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 302 oder 310 bis „Bochumer Verein / Jahrhunderthalle Bochum“

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

Fahrradverleih

metropolradruhr
Nächster Standort: Bochum Hbf., 2,2 km, 20 Minuten
www.metropolradruhr.de

RevierRad

am Ankerpunkt; Öffnungszeiten Mai-Sept-:  Di-So 9-19.00 Uhr und nach Vereinbarung
Reservierungen: Telefon +49 (0)2 08 / 84 85 720
www.revierrad.de

GASTRONOMIE

Gastronomie PumpenHausZwei:
Täglich 11-18 Uhr

Tipps

Geschichtspfad Westpark: Auf dem Rundweg mit acht Stationen durch das gesamte heutige Westpark-Areal wird der ehemalige Bochumer Verein als integriertes Hüttenwerk mit seinen unterschiedlichen Produktionsanlagen erfahrbar (Informationstafeln und Multimedia-Anwendung).

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