Eisenbahnmuseum Bochum

Bw und Rangierbahnhof Dahlhausen um 1923. Abb: DGEG-Archiv

Mit dem Bau der Zweigbahn Steele – Dahlhausen/Ruhr durch die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft (BME) erhielten mehrere Zechen im Ruhrtal 1863 Anschluss an das rasch expandierende Eisenbahnnetz. 1868 wurde die Strecke zur Henrichshütte verlängert und 1874 der durchgehende Verkehr bis Hagen aufgenommen. Gleichzeitig gingen die Eisenbahnbrücke nach Altendorf und die Strecke nach Überruhr in Betrieb. Bereits 1870 war die Nebenbahn Dahlhausen – Laer eröffnet worden. Mit der Verstaatlichung der BME 1882 entwickelte sich der Bahnhof schnell zu einem wichtigen Knotenpunkt des Güter- und Personenverkehrs im Ruhrtal. Zwischen 1912 und 1918 entstanden, teilweise errichtet von Kriegsgefangenen, der Rangierbahnhof, das Bahnbetriebswerk und der neue Personenbahnhof.

Bahnbetriebswerke (Bw) dienten dazu, die aus dem Betriebsdienst kommenden Lokomotiven so zu behandeln, dass sie den nächsten Dienst in betriebssicherem und betriebstüchtigem Zustand antreten konnten. Neben Lokomotiv-Behandlungsanlagen wie Lokschuppen mit Drehscheibe, Wasserturm und Wasserkran, Kohlelager und Kran, Schlackengrube und Lokomotiv-Besandungsanlage waren verschiedene Hochbauten erforderlich: Werkstatt- und Verwaltungsgebäude, Lokleitung, Stofflager sowie Unterkunfts- und Übernachtungsgebäude.

Das Bw Dahlhausen/Ruhr diente während der gesamten Zeit seines Bestehens vorwiegend dem Güterverkehr. Ab 1918 wurden hier zunächst die Lokomotiven der zahlreichen benachbarten Bw untersucht und repariert. Erst 1925 erhielt das Bw eigene Lokomotiven und Fahrpersonal zugeteilt. Hauptleistung der von hier eingesetzten Dampflokomotiven war der schwere Güterzug-Streckendienst, wobei der Kohleverkehr eine überragende Rolle einnahm. Mit Schließung benachbarter Bw stieg der Personal- und Lokomotivbestand deutlich an. Der höchste Stand wurde 1957 mit 522 Personalen und 35 Dampflokomotiven erreicht.

Die Nachkriegszeit brachte bis zum Beginn des Zechensterbens Anfang der 1960er-Jahre nochmals einen kurzen Aufschwung. Mit der Schließung der Zeche „Dahlhauser Tiefbau“ schwand jedoch die Bedeutung des Güterbahnhofs Bochum-Dahlhausen, wo der Rangierbetrieb 1973 eingestellt wurde. Bereits am 1. August 1969 wurde das Bw als selbstständige Dienststelle von der Bundesbahn geschlossen, aber parallel zu der ab 1969 allmählich entstehenden musealen Nutzung in Teilbereichen noch bis 1982 genutzt, zuletzt für die Ausbesserung von Güterwagen.

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