Aquarius Wassermuseum

Historische Ansicht von Styrum. Quelle: RIK Archiv
Historische Ansicht von Styrum. Quelle: RIK Archiv

„Steirhem” - der Ort an dem Stiere verkauft werden: Unter diesem Namen ist das Königsgut Styrum schon vor rund 800 Jahren bekannt. Hier beherbergte die Ruhr mit ihren Seitenarmen Pflanzen und Tiere in einer weitläufigen Aue. Den Mittelpunkt bildet jedoch das Schloss, eingebettet in Felder, Wiesen und Wald. Hier residierten die Grafen von Limburg-Styrum.

Nur wenige Kilometer flussaufwärts ermöglichte die Öffnung der Mülheimer Schleuse im Jahre 1780 die Schifffahrt ruhraufwärts. Immer mehr Dampfschiffe fuhren mit Kohle beladen am Schloss vorbei und bescherten der Stadt Mülheim einen atemberaubenden Aufstieg zum Zentrum des Kohlenhandels. Nach 1860 stagniert der Kohlentransport auf der Ruhr stark durch die Konkurrenz zur Schiene. Mit der Eisenbahn kommt ein gewaltiger Nachfrageschub für Kohle und Stahl. Auch an Styrum geht diese Entwicklung nicht spurlos vorüber. Der junge Unternehmer August Thyssen sieht bald die Vorzüge dieser kleinen Bürgermeisterei. Trotz eines Bahnhofs gibt es noch wenig Industrie. 1871 erwirbt Thyssen nicht weit vom Schloss ein Grundstück, und im selben Jahr nimmt die Kommanditgesellschaft „Thyssen und Compagnie, Styrum” die Produktion in einem Walzwerk auf.

Bald jedoch zeigte sich, dass das Wasserwerk der Stadt Mülheim den Bedarf des Thyssen'schen Walzwerkes nicht mehr decken konnte. Im Jahre 1893 errichtete August Thyssen an der Ruhr zwei Kesselbrunnen zur Wasserförderung mit Dampfkessel und Kolbenpumpe. Kurz darauf erbaute er den heutigen Wasserturm, der wenig später neben den Werksanlagen auch die Gemeinde Styrum versorgte.

Von Mülheim führten bereits 1897 Wasserleitungen zur Zeche Graf Moltke in Gladbeck und zur Gewerkschaft Deutscher Kaiser bei Duisburg. Die wachsenden Leitungssysteme erwiesen sich auch als Geldquelle: Das Röhrenwerk Thyssens erhält neue Aufträge, und die Anschlüsse zahlreicher Gemeinden wie Gladbeck, Bottrop oder Bruckhausen an das firmeneigene Leitungsnetz sorgten für weitere Kundschaft. 1903 wurde die neue Firma als „Wasserwerk Thyssen & Co. GmbH, Styrum” von Thyssen ins Handelsregister eingetragen.

Mit der Verlagerung seiner unternehmerischen Aktivitäten zu seinen Kohlefeldern an den Rhein verkaufte Thyssen 1912 das Styrumer Wasserwerk. Die neue Eigentümerin, die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft, übernahm das Versorgungsgebiet und wartet die Becken, die Pumpen und den Turm. 

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Kontakt & Infos

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45476 Mülheim an der Ruhr
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www.metropolradruhr.de

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