Flöz Dickebank

Die Aufnahme der Förderung der beiden Zechen Rheinelbe und Alma 1861 bzw. 1871 zog viele Zuwanderer nach Gelsenkirchen, die während der Abteufarbeiten bei ansässigen Bauern oder in provisorischen Behausungen unterkamen. Angesichts der Wohnungsnot und der unzureichenden privaten Bautätigkeit sahen sich die Bergwerksbetreiber Détillieux, Frères et Cie. gezwungen, selbst den Wohnraum für ihre Belegschaft zu schaffen. Sie ließen um 1870 die Siedlung Flöz Dickebank anlegen, die anfangs noch Ottilienau hieß. Die ältesten Häuser stehen heute an der Virchowstraße, an der Ulmenstraße, Flöz Dickebank und Flöz Sonnenschein. In der zweite Bauphase ab 1906 verändeten sich sowohl der Haustyp als auch die Siedlungskonzeption zugunsten einer anspruchsvolleren Gestaltung. Unter Einfluß der Gartenstadtbewegung erhielt das bisherige gleichförmige Siedlungsraster durch einen Marktplatz und zweigeschossige Eckbebauungen mit Hofbildung einen eher städtischen Charakter. 

Foto: RIK/ Guntram Walter

1974 beschlossen die Stadtverwaltung und die Rheinisch-Westfälische Wohnstätte AG als Eigentümerin den Abriß der Siedlung Flöz Dickebank. Anstelle der anderthalbgeschossigen Zechenhäuser sollten drei- bis zwölfgeschossige Gebäude errichtet werden. Gegen dieses Vorhaben gründete sich eine Mieterinitiative. Nach zweijährigem Protest der Bewohner, die trotz Zwangsräumungen und Zumauern ihrer Wohnung nicht nachgaben, verkündten die Eigentümerin im Sommer 1976 die Sanierung von Flöz Dickebank. Stadt und Wohnunggesellschaft mußten die starke Bindung der Bewohner an ihre Siedlung anerkennen. Im öffentlichen Bewußtsein und in der Fachwelt setzte ein Stimmungsumschwung ein. In den 70er Jahren bildeten sich immer häufiger Bürgerinitiativen, die sich gegen Kahlschlagsanierung und Bauspekulation zur Wehr setzten und ihren "Wohnbereich mit besonderer Sozialstruktur" erfolgreich verteidigten. 

Kontakt & Infos

Flöz Dickebank
Virchowstraße/ Flöz Sonnenschein
45886 Gelsenkirchen

ÖPNV

Von Gelsenkirchen Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 302
bis "Stephanstraße"

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