Denkmal zum KZ-Außenlager Buchenwald

Nur ein paar hundert Meter vom Verwaltungsgebäude der Union entfernt, befand sich von Anfang Oktober 1944 bis Mitte März 1945 das KZ–Außenlager Buchenwald der Dortmunder-Hörder Hüttenverein AG für weibliche Häftlinge. Das KZ Buchenwald wurde 1937 von den Nationalsozialisten als Lager für männliche Häftlinge eröffnet. Weibliche Häftlinge wurden erstmals im Sommer 1944 erwähnt. Dem KZ Buchenwald unterstanden weitere 129 Außenkommandos, von denen eines das Außenlager für weibliche Häftlinge bei der Dortmund-Hörder Hüttenverein AG an der Huckarder Straße war.

In dem Lager lebten zwischen 400 und 650 Mädchen und junge Frauen, vorwiegend Russinnen und Polinnen, aber auch Deutsche und Angehörige anderer Nationalitäten, unter ihnen viele Jüdinnen. Sie gehörten zur „letzten Reserve“ an Arbeitssklaven, die das NS-Regime für die Rüstungsindustrie mobilisierte. Die Gefangenen im Alter von 13 Jahren bis Anfang 20 mussten in der Munitionsproduktion täglich 12 Stunden Schwerstarbeit leisten. Dazu wurden sie frühmorgens durch einen zum Teil noch heute vorhandenen unterirdischen Gang vom Lager in die Geschossfabrik und abends auf dem gleichen Weg wieder zurück gebracht, sodass sie die Außenwelt nur durch die vergitterten Fenster wahrnehmen konnten. Mangelhafter Arbeitsschutz, Überforderung der Kräfte, unzureichende Verpflegung, fehlende Hygiene und Misshandlungen durch das SS-Wachpersonal ruinierten ihre Gesundheit. Viele erkrankten oder verunglückten, einige starben wegen der menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen. Als die Bombenangriffe im März 1945 zur Einstellung der Produktion führten, wurden die verbliebenen Frauen nach Bergen-Belsen gebracht. Nur etwa die Hälfte von ihnen erlebte die Befreiung am 15. April 1945.

In dem Gebäude befindet sich heute eine Außerbetriebliche Ausbildungsstätte der Handwerkskammer Dortmund. In einem Schulungsraum erinnert ein Denkmal der Künstlerin Anette Seiler und eine kleine Dokumentation der Geschichtswerkstatt Dortmund an das Schicksal der ehemaligen Lagerinsassinnen. 

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Kontakt & Infos

Denkmal zum KZ-Außenlager Buchenwald
Huckarder Straße 111
44147 Dortmund (Innenstadt-West)

ÖPNV

U-Stadtbahn U47 bis „Insterburger Straße“, dann zehn Minuten Fußweg