Rhein-Herne-Kanal

Einst Transportweg für Kohle, Erz, Eisen und Stahl, heute Erholungsraum für Wanderer, Radfahrer, Kanuten und Freizeitkapitäne.

Der Rhein-Herne-Kanal. Foto: RIK/Thomas Berns
Der Rhein-Herne-Kanal. Foto: RIK/Thomas Berns

38 Kilometer mit sieben Schleusen

Direkt an das Gelände der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 anschließend überquert die Alleestraße als Fußgängerbrücke den Rhein-Herne-Kanal. Für Schachtanlagen wie Unser Fritz war der Bau des Rhein-Herne-Kanals vor dem Ersten Weltkrieg von großer Bedeutung. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die deutsche Binnenschifffahrt noch ausschließlich an die in Nord-Süd verlaufenden natürlichen Stromgebiete von Rhein, Ems, Weser, Oder und Elbe gebunden. Bei der Industrialisierung des Ruhrgebiets ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es zunehmend notwendig, zwischen den industriellen Kerngebieten der Hellweg- bzw. Emscherzone ein Kanalsystem in Ost-West-Richtung anzulegen, um Massengüter wie Kohle, Erz, Eisen und Stahl transportieren zu können.

Für die Verbindung vom Rhein bei Duisburg bis zum Schiffshebewerk Henrichenburg wurde der Name Rhein-Herne-Kanal gewählt. Er wurde 1914 fertiggestellt. Die Trasse beginnt an der Ruhr in Duisburg, verläuft dann über Mülheim und in Richtung Nordosten nach Herne. Der 38 Kilometer lange Kanal mit sieben Schleusen ermöglicht Schiffen auf der gesamten Strecke einen Höhenunterschied von 36 Metern zu überwinden. Jahrzehntelang profitierte die Binnenschifffahrt auf dem Rhein-Herne-Kanal von der Montanindustrie, allerdings immer in scharfer Auseinandersetzung mit ihrem größten Konkurrenten, der Eisenbahn. Seit den 1960er-Jahren hat die wirtschaftliche Bedeutung des Kanals durch den Niedergang der Kohle stark abgenommen.

Von Anfang an war der Rhein-Herne-Kanal aber nicht nur Güterschifffahrtsweg, sondern auch Freizeit- und Erholungsraum. Der Emscher Landschaftspark knüpft an diese traditionelle Nutzung des Kanals an. Uferwege werden als öffentliche Freizeitwege für Wanderer und Radfahrer ausgebaut. Auch Ruder- und Kanuvereine nutzen den Rhein-Herne-Kanal als Trainingsmöglichkeit. Die nicht mehr für den Güterumschlag genutzten Häfen werden als Marina für die zunehmende Freizeitschifffahrt ausgebaut. 

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Kontakt & Infos

Fußgängerbrücke Alleestraße
Alleestraße
44653 Herne-Wanne

ÖPNV

Von Wanne-Eickel Hbf mit Bus 312 oder 342 bis „Steinhausenstraße“

Tipps

Informationen zum Rhein-Herne-Kanal als Bundeswasserstraße
Informationen zur Kanalschifffahrt auf dem Rhein-Herne-Kanal
Informationen zur Freizeitschifffahrt auf dem Rhein-Herne-Kanal