Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

Ruhrorter Badeanstalt, um 1920. Quelle: Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
Ruhrorter Badeanstalt, um 1920. Quelle: Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

100.000 Reichsmark stiftete das Ehepaar Eduard Carp und Alma, geb. Haniel, für den Bau eines Hallenschwimmbades in Ruhrort. Das große, mehrteilige Backsteingebäude wurde direkt neben dem Hüttenwerk in Laar errichtet und liegt heute im Schatten des Kraftwerks „Hermann Wenzel“. Die Pläne für die dekorative Jugendstilarchitektur lieferte 1908 der Ruhrorter Stadtbaurat August Jording, 1910 konnte das Hallenbad damals noch mit getrennten Männer- und Frauenschwimmbecken eingeweiht werden. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Badeanstalt unbeschadet. In den 1950er- und 1960er-Jahren modernisierte man das Gebäude im Innenbereich mit einem farbigen Dekor und einem Keramikwandbild von Ernst Kreetz an der Stirnseite der kleinen Schwimmhalle.

Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Emscher Park wurde das 1985 stillgelegte Schwimmbad zum Museum der Deutschen Binnenschifffahrt umgebaut. Federführend war dabei die „architekturfabrik aachen“ (afa). Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes blieb bis auf den Einbau eines großen Schaufensters über zwei Etagen fast unverändert.

Blickfang und Mittelpunkt in der ehemaligen Herren-Schwimmhalle ist die Tjalk „Goede Verwachting“, ein Lastensegler aus dem Jahre 1913 unter vollen Segeln. Die Halle ist der Geschichte der Fortbewegungstechniken auf den Flüssen vom Einbaum bis zum modernen Schubverband sowie dem Schiffbau gewidmet. Im Zentrum der ehemaligen Damen-Schwimmhalle steht der begehbare Nachbau eines Binnenschiffes. Es ist das bei Kindern beliebte Spielschiff „Hermann“. Ein wichtiges Thema in dieser Halle ist das Leben und Arbeiten an Bord. Die Ausstellung berichtet vom Alltag der Schiffer und ihrer Familien zu Wasser und zu Lande. Weitere Themen des Museums sind Personenschifffahrt und Rheinromantik, Umschlagstechniken im Hafen, die Geschichte der Duisburg-Ruhrorter Häfen, das deutsche Kanalsystem, Flussbau (und Schleusen) sowie internationale Vereinbarungen zur Binnenschifffahrt.

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Kontakt & Infos

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
Apostelstraße 84
47119 Duisburg
Telefon: +49 (0) 203 / 80 88 9-0

Öffnungszeiten und Führungen

Öffnungszeiten
Di-So 10-17 Uhr

Führungen
Zeitreisen durch die Schifffahrtsgeschichte, So 15 Uhr

Museumschiffe „Oscar Huber“ und „Minden”
Leinpfad (an der Schifferbörse)
1. Mai bis 30. September
Di-So, 10-17 Uhr

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis „DU-Ruhrort Bf“; von Oberhausen Hbf mit Regionalbahn RB36 bis „Duisburg-Ruhrort“, dann jeweils 5 Min. Fußweg oder mit Bus 907 oder 909 bis „Binnenschifffahrtsmuseum“