Henrichshütte

Henrichshütte Hattingen. Foto: R.Budde
Henrichshütte Hattingen. Foto: R.Budde

Durch die unterschiedlichen Standortbedingungen auf dem ehemaligen Hüttengelände hat sich eine ganz besondere Artenvielfalt entwickelt. Im Schatten des Hochofens brüten Greifvögel und blühen Pflanzenspezialisten aus aller Welt.

Die Eigenschaften des Bodens auf dem Hüttengelände haben sich durch Schuttablagerung, Schlackeaufschüttung, jahrelangen Auftrag von industriebedingtem Abfall und Flugstäuben stark verändert. Lange Zeit kümmerte sich niemand um die Brachflächen. Daher finden sich auf dem heutigen Areal des Industriemuseums nicht nur die typischen krautigen Pionier- und Ruderalpflanzen, sondern auch Bereiche mit Buschwerk und Flächen, auf denen Wald dominiert.

Im Schutz von warmen Mauern gedeihen wärmeliebende Pflanzen wie Sommerflieder, Wilder Majoran, Dürrwurz und viele andere. Sogar auf den Bahnwaggons und zwischen rostigen Produktionsanlagen keimen Birken- und Weidensprösslinge. Im Möllergraben, in dem sich Grund- und Niederschlagswasser sammelt, hat sich ein "Feuchtbiotop" entwickelt.

An Extremstandorten, wie in den Erztaschen mit gesinterten erzen, wächst seit vielen Jahren der aus China stammende Göterbaum. Götterbäume werden in Europa gerne in Städten und Industriegebieten angepflanzt, da sie Hitze, Staub und Rauch gut vertragen und mit ihrem ausgedehnten Wurzelsystem zur Festigung sandiger Böden beitragen.

Auf den steinigen, trockenen Standorten der Bunkerebene fühlen sich wiederum spezielle Stauden wohl. Prächtige Exemplare der Königskerze stehen hier neben der wilden Karde, Kratzdisteln, Gelber Resede und anderen. Neben den Gleisen auf der Erzbrücke haben sich vor allem die Nachtkerze und das Schmalblättrige Weideröschen ausgebreitet. An etwas feuchteren Stellen wachsen der Wasserdost und einige Exemplare des Echten Baldrians.

Am Schornstein neben dem Hochofen brütet seit einigen Jahren regelmäßig der Wanderfalke in einem speziell für ihn montierten Brutkasten. Nachdem der Bestand in den 1960er und -70er Jahren stark zurückgegangen war, konnte sich die Population durch intensive Schutzbemühungen wieder erholen.

zurück 10/17 vor

Kontakt & Infos

LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
Telefon: +49 (0) 2324 / 92 47 14-0

ÖPNV

Von Hattingen Mitte/BO HBF Bus SB 37 oder CE 31 bis „Henrichshütte“, dann ca. 5 Minuten Fußweg. Von Hattingen-Mitte auch mit Bus 335 bis zur Haltestelle „Industriemuseum“

Öffnungszeiten

Di-So sowie feiertags 10-18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr