Herz Jesu-Kirche GLA-Zweckel

Kirche Herz Jesu. Foto: RIK / R. Budde

Die Herz-Jesu-Kirche gilt als ein Bau, der die traditionelle Erhabenheit eines Gotteshauses mit dem Ernst der Industriegegend und der ländlichen Anmut der Arbeitergartenstadt paart (Josef van Ackern).

Der Bergbau ließ um 1900 auch die fast komplett katholische Bauernschaft Zweckel zu einer Bergarbeitersiedlung anwachsen, besonders nachdem ab 1909 die preußische Staatszeche „Potsdam“, später nach der Siedlung „Zweckel“ genannt, abgeteuft worden war. Daher sollte auch hier wie schon im Süden von Gladbeck eine Filialgemeinde von St.  Lamberti entstehen. 1910 schon begann das Gemeindeleben in einer Schulbaracke. 1914, zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich, wurde die neue Herz-Jesu-Kirche eingeweiht. Wie 1915 St. Marien in Brauck und Hl. Kreuz in Butendorf wurde sie schon 1916 zur Pfarrei erhoben. Mit den drei raschen Abpfarrungen von der Mutterpfarrei St. Lamberti reagierte man auf das noch immer stark katholisch geprägte Bevölkerungswachstum.

Die Kirche war historistisch im Stil des bergischen Barock nach Plänen der Architekten Ludwig Becker und Wilhelm Sunder-Plaßmann errichtet worden. Der Innenraum ist im Stil einer römischen Basilika gestaltet worden; d.h. die Kirche hat ein lang gestrecktes, breites Mittelschiff mit zwei Seitenschiffen, die durch breite Arkaden von einander abgrenzt werden.

Der halbrunde Kirchplatz öffnet sich harmonisch auf einen Kreisverkehr. Die Kirche verfügt über eine kompakte Doppelturmfassade mit spitz zulaufenden Dächern.

1944 wurde die Kirche bei einem Bombenangriff bis auf die Türme und die Außenwände zerstört, doch der Hochaltar konnte gerettet werden, da er schon vorher ausgelagert worden war. Die Bildhauerwerkstatt Ferdinand Langenberg hatte ihn 1914 nach einem Entwurf von Kaplan Windhausen unter Verwendung von originalen Braockelementen im Stil des Neobarock gebaut. Sein Kern, Tabernakel mit barockem Aufbau, entstand um 1630 und stammt aus der Pfarrkirche von Büderich am Niederrhein, von der er 1913 gekauft wurde. Der Überbau mit den Säulen und die Fassung für das Gemälde wurden nach Modell des Originals aus einem Museum in Kleve nachempfunden. Blickpunkt des Hochaltares ist das Bild des “Auferstandenen”, das Windhausen im Jahre 1913 eigens für diesen Altar schuf; denn das früher in diesem Altar befindliche Bild wollte die Büdericher Kirche 1913 nicht abgeben.

1949 war der Wiederaufbau soweit abgeschlossen, dass die Kirche wieder für Gottesdienste genutzt werden konnte.

Nach der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils erhielt der Altarraum neben einem schlichten Altartisch einen von Kühnapfel 1981 geschaffenen Ambo, an dessen Frontseite das “Himmlische Jerusalem”, in das die beiden Zweckeler Kirchtürme eingefügt sind, zu sehen ist. Rechts und links von Altar stehen auf Sockeln zwei vollplastische Figuren: Maria mit dem Kind und der hl. Josef, der Schutzpatron der Arbeiter. Auch die hl. Barbara als Schutzpatronin der Bergleute darf natürlich nicht fehlen, sie findet sich im rechten Seitenschiff auf einem altarähnlichen Unterbau. In der Vierung sind die ursprünglichen vier Evangelistenmedaillons zu sehen.

zurück 22/75 vor

Kontakt & Infos

Herz Jesu-Kirche GLA-Zweckel
Kardinal-Hengsbach-Platz 3
45966 Gladbeck
Telefon: +49 (0) 2043 / 95936-5

Öffnungszeiten

nach Absprache

Öffnungszeiten des Gemeindebüros: mittwochs von 9:00 - 11:00 Uhr und donnerstags (alle 14 Tage) von 16:00 - 18:00 Uhr

ÖPNV

Vom Bahnhof Gladbeck-Zweckel 5 Minuten Fußweg