Colosseum

Das „Colosseum“, 1911. Quelle: Historisches Archiv Krupp
Das Colosseum, 1911. Quelle: Historisches Archiv Krupp

Abriss verhindert, als Kulturort etabliert

Der Werksbetrieb des Bochumer Vereins formte eine auf die Anforderungen eines integrierten Hüttenwerks ausgerichtete terrassierte Industrielandschaft. Stützmauern spielten bei diesem Konzept  buchstäblich eine tragende Rolle wie etwa 1911/12 beim Bau des Siemens-Martin-Stahlwerk II, das in Ergänzung zum bereits existierenden Werk 16 Meter über dem unteren Geländeniveau angelegt wurde Die Anlage bestand aus einer Gaserzeugerhalle, einer 80 Meter langen Mischerhalle, einer Ofenhalle und einer 120 Meter langen Gießhalle.

Das architektonische Konzept der mächtigen Stützmauer am Eingang des Westparks an der Alleestraße bestand darin, eine möglichst hohe Stabilität bei gleichzeitig geringem Materialaufwand zu erreichen. Die Mauer wurde im Arkadenstil errichtet, der ihr in Anlehnung an das berühmte Amphitheater in Rom den Beinamen „Colosseum“ einbrachte. Zur weiteren Stabilisierung der aus etwa 2,8 Millionen Ziegelsteinen errichteten Mauer wurden die Stützpfeiler durch Zwischendecken verbunden. Dadurch entstand zugleich ein nutzbares Gebäude, das in seinem Inneren Waschkauen, Büros und Materiallager beherbergte. Im unteren Teil existierten Kriechgänge, die im Zweiten Weltkrieg in das weiträumige unterirdische Luftschutzsystem des Bochumer Vereins integriert wurden.

zurück 3/77 vor

Kontakt & Infos

Colosseum
Allee Straße
44793 Bochum-Stahlhausen
RUHR.INFOLOUNGE Bochum
Besucherzentrum im Pumpenhaus 2
Telefon: +49 (0) 234 / 36 93 111
www.jahrhunderthalle-bochum.de

ÖPNV

Vom Hbf Bochum (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 302, 310 oder vom Bahnhofsvorplatz mit Bus 345 bis „Jacob-Mayer-Straße/Jahrhunderthalle Bochum“