Grab Heinrich Kämpchen

Foto: RIK / R. Budde

Heinrich Wilhelm Kämpchen (1847 – 1912) war Bergmann und Arbeiterdichter. Er entstammte einer alten Bergmannsfamilie aus Altendorf, heute Essen-Burgaltendorf. In Dahlhausen begann 1864 sein Berufsleben als Bergmann auf der Zeche Hasenwinkel, die sich zu dieser Zeit im Umbruch vom Stollenbetrieb zur Tiefbauzeche befand. Der junge Heinrich Kämpchen erlebte dort den sozialen Absturz des wohlangesehenen privilegierten Bergmannes zum industriellen Bergarbeiter. Kämpchen hat sich schon früh mit dieser Situation auseinandergesetzt und in seinen Gedichten zum Ausdruck gebracht. 1889 wurde er so beim großen Bergarbeiterstreik einer der Streikführer. Nach diesem Streik wurde er gemaßregelt, kam auf die schwarze Liste der Zechenbesitzer und fand keine Arbeit mehr. Er lebte von einer kärglichen Rente als Frühinvalide, die gerade zum Überleben reichte, als Kostgänger im Haus Dr.-C.-Otto-Straße 46, wo heute eine Gedenktafel an ihn erinnert.

Heinrich Kämpchen war einer der talentiertesten sozialistischen Dichter seiner Zeit, der vor dem Hintergrund der herben Schönheit des Ruhrtals („Was die Ruhr mir sang“) mit großer Emotionalität die Nöte der Bergarbeiter thematisierte. Seit 1889 erschienen seine mit deutlichen Bezügen zu tagespolitischen Geschehnissen gekennzeichneten Gedichte in der wöchentlichen „Deutschen Bergarbeiter Zeitung“.

Kämpchens Grab auf dem katholischen Friedhof Linden wurde 1989 als Ehrengrab gestaltet und mit einer von Tisa von der Schulenburg entworfenen Grabplatte versehen.

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Kontakt & Infos

Kath. Friedhof der Gemeinde Liebfrauen Bochum-Linden
Nöckerstr. 37 (Feld A)
44879 Bochum-Linden

ÖPNV

Von Bochum Hbf mit Straßenbahn 308/318 bis „Linden Mitte“, dann 5 Min. Fußweg