Laufwasserkraftwerk Warmen

Wasserkraftwerk Warmen im Rohbau, 1911. Foto: Mannesmann Archiv
Wasserkraftwerk Warmen im Rohbau, 1911. Foto: Mannesmann Archiv

Das etwas abgeschiedene und idyllisch gelegene Kraftwerk liegt an der Grenze von Fröndenberg, Wickede und Menden und markiert somit den Übergang des Ruhrgebiets zum Sauerland. Das heute privat betriebene Kraftwerk wurde 1911 fertig gestellt und ist noch mit einer originalen Francis-Turbine aus der Erbauungszeit und einer Kaplan-Turbine von 1950 ausgestattet. 

Die Idee ein Wasserkraftwerk inklusive Stauwehr zu errichten, hatte um 1900 bereits ein geschäftstüchtiger Gutsbesitzer, der Industrie und Gemeinden als künftige Stromabnehmer im Auge hatte. Das Geschäftsrisiko erschien ihm aber dann doch zu groß, so dass er die im Bau befindliche Anlage weiter verkaufte. 1911 erwarb die Firma „Gewerkschaft Baduhild“ die gesamte Anlage zur Stromproduktion für ihre entstehende Wasserstoff- und Sauerstoff-Fabrik. Die Fabrik war die Keimzelle für die Rohrproduktion der späteren Wuragrohr, der direkten Vorgängergesellschaft des Wickeder Werkes der Mannesmann-Röhren-Werke (MRW). Etwa ein Drittel ihres Strombedarfs deckte die MRW aus ihrem eigenen Werk, den Rest lieferten die Stadtwerke Fröndenberg. Umgekehrt bediente das Kraftwerk auch den Energiebedarf der öffentlichen Stromversorgung, wenn der Strom im Röhrenwerk nicht gebraucht wurde. 

2001 verkaufte MRW das Wasserkraftwerk an einen privaten Unternehmer, der heute ausschließlich in das öffentliche Stromnetz einspeist. Das Laufwasserkraftwerk kann eine maximale Leistung von etwa 1.000 Kilowatt erbringen und produziert etwa vier Millionen Kilowattstunden regenerativen Strom jährlich.  

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Kontakt & Infos

Laufwasserkraftwerk Warmen
Am Kraftwerk
58730 Fröndenberg-Warmen
Gruppenführungen nach Anmeldung unter +49 (0)160 / 94 94 80 83

ÖPNV

Vom Bahnhof Wickede (Ruhr) mit Bus-Linie R320 bis „Warmen, Gut Scheda“