Villa Werden

Villa Werden. Foto: RIK/Thomas Berns
Villa Werden. Foto: RIK/Thomas Berns

1868 ließ die Tuchfabrikanten-Familie Feulgen direkt an der Ruhr außerhalb des engen Ortskerns von Werden ein Fabrikgebäude errichten: vier Geschosse mit Giebeldach, aus rotem Backstein, zurückhaltend mit Ziegel-Ornmenten verziert. Johann Wilhelm Feulgen hatte bereits 1818 eine Baumwollspinnerei gegründet, 1830 stellte er auf Tuchfabrikation um. 1848 übernahmen seine Söhne Joachim Wilhelm, Robert und Alexander Feulgen das Unternehmen und führten es unter dem Namen Gebrüder Feulgen weiter.

Ende der 1920er wurde die Tuchfabrikation eingestellt, das Gebäude in eine Matratzenfabrik umgewandelt. Das neue Unternehmen florierte und Anfang der 1950er-Jahre ergänzte man es um einen sachlichen Stahlskelettanbau mit hohen Sprossenfenstern und Flachdach, der deutlich von der Bauhaus-Architektur beeinflusst war.

Ihren Charme entfaltet die Anlage aber erst heute. Beide Häuser sind restauriert, und das ältere rote Backsteingebäude steht nun in einem reizvollen Kontrast zum sachlichen weiß gestrichenen „Neubau“. Die Fassade des Backsteinbaus wurde gereinigt, und wo die Webstühle standen, hat man exklusive Eigentumswohnungen eingerichtet, im Dachgeschoss wurden Maisonette-Wohnungen eingerichtet. Im Hof kontrastiert der ungewöhnliche freistehende Fabrikschornstein auf quadratischem Grundriss mit einem ovalen Treppenturm in aktuellem Design aus Stahl und Glas.

„Villa Werden“ wurde das Ensemble getauft, das in einzigartiger Weise denkmalgeschützten Gebäudebestand mit repräsentativer neuer Nutzung verbindet.

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Kontakt & Infos

Villa Werden
Hardenbergufer
45239 Essen-Werden

ÖPNV

Von S-Bahnhof Essen-Werden ca. 20 Minuten Fußweg