Wasserwerk Wolfsbachtal Essen

Wasserwerk Wolfsbachtal, um 1910 Foto: Historisches Archiv Krupp
Wasserwerk Wolfsbachtal, um 1910 Foto: Historisches Archiv Krupp

Eine von der Stadt unabhängige Wasserversorgung war für das Unternehmen Krupp stets sehr wichtig. Schon im Jahre 1864 war der Bau eines Wasserwerkes an der Ruhr von Alfred Krupp und seinen Ingenieuren in Erwägung gezogen worden, da die Wasserversorgung der Fabrik durch Grubenwasser verschiedener Zechen auf die Dauer kaum mehr ausreichte. Alfred Krupp maß der Wasserversorgung, insbesondere nach einem Großbrand auf dem Fabrikgelände im Jahre 1865, große Bedeutung zu, da die Feuergefahr in den Schmelz- und Schmiedebetrieben beträchtlich war. Auch die Hügel-Besitzung benötigte reichlich Wasser. 

Der Vorläufer des Wolfsbachtal-Wasserwerkes befand sich unterhalb der Villa Hügel an der Ruhr in der Höhe der Regattatribünen am heutigen Baldeneysee. 1875 ließ Alfred Krupp das Wasserwerk Hügel für die Versorgung der Besitzung Hügel und zugleich auch der Kruppschen Fabrik und der Werkswohnsiedlungen errichten. 

Das Wasserwerk Hügel wurde anfangs mit drei großen Balancier-Dampfpumpen ausgerüstet, die das Wasser der Ruhr 140 Meter hoch in einen Behälter auf der Bredeneyer Höhe drückte, aus dem es durch eine Fall-Leitung in die Fabrik abfloss. Gespeichert wurde das Wasser in zwei großen Becken und sodann in künstlichen Sandbecken filtriert. Von 1875 bis 1892 übernahm das Wasserwerk die ausschließliche Trinkwasserversorgung des Hügels, der Fabrik und der Krupp-Siedlungen sowie zum Teil auch die Brauchwasserversorgung des Werkes.

Ende des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich die Wasserqualität auf dem Hügel zunehmend, 1897 musste sogar das gesamte Trinkwasser abgekocht werden. Daher sah man sich 1901 gezwungen, ein neues Wasserwerk zu bauen, das man im vier Kilometer entfernten Schuir im Wolfsbachtal ansiedelte.

Das Trinkwasserwerk Wolfsbachtal erhielt sein Wasser aus 20 Rohrbrunnen, die über eine sehr gute Wasserqualität verfügten. Danach wurde das Wasser über eine Druckleitung in sechs Kilometer entfernt und 120 Meter höher liegende Hochbehälter in Bredeney gepumpt. Von hier aus wurden die Hügelgebäude und die gesamte Fabrik sowie die Wohnsiedlungen mit Wasser versorgt. Die Maschinen des Wasserwerks Wolfsbachtal erhielten zur Kondensation des Dampfes bis zu 3.600 Tageskubikmeter Wasser unmittelbar aus der Ruhr, das nach Gebrauch wieder in den Fluss zurückfloss. Das alte Wasserwerk Hügel lieferte auch weiterhin das Brauchwasser für die Fabrik und wurde ab 1914 zudem für die Beheizung der Hügelgebäude mittels Dampffernleitungen verwendet.

Das alte Wasserwerk Hügel wurde 1945 stillgelegt, die zuletzt noch vorhandenen vier Balancier-Dampfpumpen schließlich 1952 abgebaut. Das Wasserwerk Wolfsbachtal war hingegen bis 1990 noch in Betrieb, seit 1992 steht es unter Denkmalschutz. Das Gebäude ist heute öffentlich nicht zugänglich, da es privat genutzt wird. 

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Kontakt & Infos

Wasserwerk Wolfsbachtal Essen
Ruhrtalstraße 151
45239 Essen-Werden

ÖPNV

Von S-Bahnhof „Essen-Werden“ mit Bus 190 bis „Schuirweg“, dann ca. 10 Min. Fußweg