Wasserturm Bochum-Weitmar

Der Wasserturm Bochum-Weitmar. Foto: RIK/Reinhold Budde
Der Wasserturm Bochum-Weitmar. Foto: RIK/Reinhold Budde

Der 1902/03 errichtete Wasserhochbehälter stand im Zusammenhang mit dem geplanten Bau eines kleinen Wasserwerks für Betriebszwecke der Steinkohlezeche Friedlicher Nachbar in Linden. Da das zur gleichen Zeit neu gegründete Verbands-Wasserwerk Bochum ebenfalls ein Wasserwerk in der Gemeinde Winz zwischen Hattingen und Dahlhausen im Ruhrtal plante, verzichtete die Zeche auf die weitere Durchführung ihres Vorhabens und wurde stattdessen Wasserabnehmer des Verbandes. Das Verbands-Wasserwerk war von zehn Gemeinden der Landkreise Bochum, Gelsenkirchen und Hattingen gegründet worden, darunter befand sich auch die damals selbständige Gemeinde Weitmar. In Folge der Eingemeindung von Weitmar und weiterer Gemeinden nach Bochum in den Jahren 1926 und 1929 erhöhte sich der  Anteil der Stadt am Verbands-Wasserwerk auf über 68 Prozent was zur Zusammenlegung der technischen Leitung mit dem Städtischen Wasserwerk führte.

Für die untere Druckzone des Winzer Wasserwerks wurde in Weitmar auf einer Höhe von 163 Metern über Normalnull ein Wasserhochbehälter errichtet. Der Hochbehälter besteht aus zwei stählernen Wasserbehältern mit zusammen 2.000 Kubikmetern Inhalt. Sie wurden im zweiten Stockwerk eines Gebäudes aufgestellt, dessen Erdgeschoss und erstes Stockwerk für Wohnungen von Werksangehörigen, Werkstätten und Lagerräume genutzt wurden. Diese von der Bochumer Firma Heinrich Scheven entwickelte Bauweise ist eine Sonderform, von der nur wenige Exemplare in Deutschland gebaut wurden. Der Wasserturm ist daher von besonderem baugeschichtlichen Wert. Die Fassadengestaltung des Gebäudes wirkt architektonisch sehr reizvoll, da sie an eine herrschaftliche Gründerzeitvilla erinnert.

Bis in die 1950er-Jahre wurde der Weitmarer Wasserturm noch als Speicher genutzt. Mitte der 1970er Jahre übernahm die Stadt Bochum den Hochbehälter von den Stadtwerken, ließ ihn ab 1983 komplett sanieren und stellte ihn 1989 unter Denkmalschutz. Eine neue Nutzung erhielt der Wasserturm durch die Unterbringung des seit 1958 in Bochum heimischen „Deutschen Instituts für Puppenspiel (DIP)“, das nach der deutschen Wiedervereinigung, ab 1992 den Namen „Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst“ trägt.

zurück 28/93 vor

Kontakt & Infos

Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V.
Hattinger Straße 467
44795 Bochum-Weitmar
Telefon: +49 (0) 234 / 47 72-0

ÖPNV

Von Bochum Hbf mit Straßenbahn 308, 318 bis „Blankensteiner Straße“