Kühltürme Kokerei Hansa

Kühltürme Kokerei Hansa. Foto: RIK/Guido Pass
Kühltürme Kokerei Hansa. Foto: RIK/Guido Pass

Die (ehemaligen) vier Kühltürme der Bauart „Balcke“ im Eingangsbereich der Kokerei Hansa entstanden in den 1920er und 1930er Jahren. Ihre Konstruktion besteht aus einem quadratischen oder rechteckigen Stahlbetonfundament mit eingelassenem Tropfbecken sowie einer Stahlgerüstkonstruktion mit Holzverschalung und Holzlamellen. Einst dienten sie dazu, das Wasser zu kühlen, das für den Kühlkreislauf der Kondensatoren benötigte wurde, die aus dem Abdampf der Dampfmaschinen in der Maschinenhalle wieder verwendbares Wasser erzeugten. 

Der Ingenieur Hans-Joachim Balcke (1862-1933) erfand den hier realisierten Typus des Kaminkühlers, bei dem durch den Auftrieb der warmen Luft fortwährend kalte Luft zur Abkühlung des Wassers in den Berieselungsbereich eingesaugt wird. Aufgrund der hohen Beanspruchung dieses sogenannten Naturzugkühlers mussten insbesondere die Holzverschalungen regelmäßig gewartet, repariert bzw. ausgetauscht werden. So war auch der bauliche Zustand der vier Kühltürme nach der Stilllegung der Kokerei sehr problematisch. Die Holzverschalungen wiesen starke Verformungen aus, die Substanz war marode; die filigranen Stahlgerüste weisen erhebliche Korrosionsschäden auf. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur fasste daher in Abstimmung mit den zuständigen Denkmalbehörden (Untere Denkmalbehörde der Stadt Dortmund/LWL Münster) den Beschluss die Kühltürme zu sanieren und einer neuen Nutzung zuzuführen.

Die Besucher können jetzt auf der Kokerei nicht nur dem Weg der Kohle, sondern auch dem des Regenwassers folgen. Das in der „Wassergestalt Hansa“ inszenierte Regenwassertrennsystem zeigt sich insbesondere im Bereich der weißen Straße der Kokerei: Über eine Rinne wird das Wasser zu den Kühltürmen geleitet. Die historischen Beton-Wasserbecken dienen als Sammelbecken für das Regenwasser, das von dort aus unterirdisch zur Emscher gepumpt wird. Zuvor können Besucher jedoch anhand eines hölzernen Modells im Maßstab 1:1 anschaulich erleben, wie früher auf der Kokerei Hansa auf effiziente Weise Wasser gekühlt wurde. Das Konzept entwickelte der Essener Landschaftsarchitekt Peter Davids (DTP). Finanziert wurde das Gemeinschaftsprojekt des Regionalverbandes Ruhr und der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur überwiegend aus Mittlen des Ökologieprogramms Emscher Lippe (ÖPEL) 

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Kontakt & Infos

Kühltürme Kokerei Hansa
Emscherallee 11
44369 Dortmund

ÖPNV

Von Dortmund Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Stadtbahn U47 bis „Parsevalstraße“, dann ca. 5 Min. Fußweg