Aktuelles auf der Route Industriekultur

Otto Hofmann im MKM Museum Küppersmühle

Neuer Otto Hofmann-Raum im MKM, Installationsansicht. Foto: MKM

unten: Otto Hofmann, Ohne Titel, 1936 Foto: MKM Stiftung, Darmstadt/ Henning Krause, Köln

Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen von 100 Jahren Bauhaus. Auch das Museum Küppersmühle im Innenhafen Duisburg feiert mit - und hat dem Maler, Grafiker und Designer Otto Hofmann einen eigenen Sammlungsraum gewidmet. 

Hofmann ist ein Künstler der jüngeren Bauhaus-Generation und war Schüler von Paul Klee und Wassily Kandinsky. Das MKM zeigt eine konzentrierte Auswahl seiner Werke und gibt exemplarisch Einblick in sein Schaffen – angefangen bei frühen Gemälden aus den 1930er-Jahren über Arbeiten aus den 1950ern bis hin zu Ölbildern aus den 1980er-Jahren. Das älteste Bild entstand 1931 in Hofmanns Abschlussjahr am Dessauer Bauhaus.

Die Wurzeln von Hofmanns Bildwelten liegen vor allem in den Errungenschaften der Bauhaus-Meister, insbesondere seiner Lehrer Klee und Kandinsky. Zu seinen Vorbildern zählten zudem große Kollegen wie Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Kurt Schwitters oder Alberto Giacometti. In den frühen Bildern finden sich noch gegenständliche und landschaftliche Bezüge, die zunehmend in einem freien Zusammenspiel von Linien und amorphen Formen aufgehen, bis hin zur gänzlichen Befreiung vom Motiv. In Hofmanns phantastischen Bildwelten sind die Elemente in der Schwebe. Sie präsentieren ein fein austariertes Kräftemessen zwischen geometrischen Formen, Farbwerten und Raumwirkungen. Das Gegenspiel aus Ruhe und Bewegung zeigt sich dabei in perfekter Balance, alle Bildelemente befinden sich in einem ausgewogenen Miteinander. Trotz ihrer klaren Komposition strahlen Hofmanns Bilder etwas Traumhaftes, Übernatürliches aus und lassen neben dem Einfluss des Kubismus und Konstruktivismus auch deutlich sein Interesse an den Dadaisten, der Pittura metafisica und den Surrealisten erkennen.

Hinter dem neuen Sammlungsraum steht das Engagement der MKM-Stiftung, in die der Nachlass von Otto Hofmann vor einigen Jahren vollständig übergegangen ist. Hofmanns Nachlass umfasst große Konvolute an Ölbildern, Aquarellen und Papierarbeiten aus den Jahren 1929 bis 1995, darüber hinaus Plakate, Briefe, dokumentarische Zeugnisse und zahlreiche Feldpost-Malerbriefe aus Russland (1941-1944).

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Philosophenweg 55
47051 Duisburg
www.museum-kueppersmuehle.de

Der Innenhafen Duisburg ist ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur.