Aktuelles auf der Route Industriekultur

Route der Industriekultur zu Gast in Katalonien

Unterwegs nach Katalonien: Die Infotafeln der Ausstellung wurden in dieser Woche auf die Reise geschickt. Foto: RVR/Friedrich

Nach der Station in Weimar geht die Wanderausstellung zur Route der Industriekultur des Regionalverbandes Ruhr (RVR) auf Europatour. Von Ende Mai bis Januar 2018 informiert die Ausstellung an drei Standorten in der spanischen Region Katalonien über den industriellen Wandel im Ruhrgebiet und wird unter anderem in der Hauptstadt Barcelona zu sehen sein.

Die Ausstellungsreise durch Katalonien beginnt im Nationalen Wissenschafts- und Technikmuseum in Terrassa. Dort wird die Schau am 25. Mai durch Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel und Alex Susanna, Direktor der Abteilung Kulturelles Erbe der Autonomen Gemeinschaft Kataloniens eröffnet. Terrassa war lange Zeit ein international bedeutendes Zentrum der Textilindustrie und des Wollhandels bevor der Strukturwandel einsetzte. Im Sommer tourt die Ausstellung durch das Hinterland von Katalonien zum Museum der Colònia Vidal. Im Oktober erreicht sie dann die katalanische Hauptstadt Barcelona und wird hier in der ehemaligen Fabrik Oliva Artés zu sehen sein, einem Standort des Stadthistorischen Museums.

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel: „Das Interesse im In- und Ausland an der Route der Industriekultur und unserem erfolgreichen Umgang mit dem industriellen Erbe wächst und wächst. Mit der Ausstellungsreise durch Katalonien machen wir beste Werbung für den Kulturtourismus ins Ruhrgebiet und pflegen gleichzeitig den fachlichen Austausch mit anderen europäischen Regionen im Wandel.“ Auch Katalonien hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Deindustrialisierung der traditionellen Wirtschaftszweige erlebt. Anders als im Ruhrgebiet kämpfte die Region nicht mit dem Ende des Steinkohlenbergbaus, sondern mit Schließungen in der Textilindustrie. Gleichzeitig entstand mit der Krise in Katalonien, wie im Ruhrgebiet, ein Bewusstsein für das industrielle Erbe, das bewahrt und erlebt werden soll.

Die Ausstellung informiert auf insgesamt 23 Informationstafeln in deutscher, englischer und katalanischer Sprache über die Industriekultur im Ruhrgebiet und ihre Entwicklung. Dabei erhalten die Besucher einen Überblick über die 400 Kilometer lange Route mit den ehemaligen Hüttenwerken, Zechen und Kokereien, Halden und denkmalgeschützten Arbeitersiedlungen. Außerdem zeigen fünf Tafeln, wie das industrielle Erbe für Besucher erlebbar gemacht wird, unter anderem auch durch eine Fahrradkarte. Anlässlich der Ausstellung wurde der „Entdeckerpass“ der Route der Industriekultur auf Spanisch und Portugiesisch übersetzt.

Die Route der Industriekultur ist ein Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und verbindet als touristische Themenstraße die wichtigsten und touristisch attraktivsten Industriedenkmäler des Ruhrgebiets. Unterstützt wird die Wanderausstellung in Katalonien durch die drei wichtigsten internationalen Institutionen der Industriekultur: TICCIH (The International Committee for the Conservation of the Industrial Heritage, das internationale Komitee für den Erhalt des industriellen Erbes), ERIH (European Route of Industrial Heritage, die Europäische Route der Industriekultur) und das Industrial and Engineering Heritage Committee von Europa Nostra. Außerdem sind das Goethe-Institut Barcelona sowie mehrere katalanische Architektenvereinigungen - der Verband der katalanischen Architekten (Collegi d'Arquitectes de Catalunya, COAC), die Architekten-Fachgruppe für den Erhalt und die Entwicklung des architektonischen Erbes (Aprupació d’Arquitectes per a la Defensa i la Intervenció en el Patrimoni Arquitectònic, AADIPA) und der Architektenverbund Cooperativa d’Arquitectes Jordi Capell - aktiv beteiligt.