Aktuelles auf der Route Industriekultur

Ruhr Museum zeigt Renger-Patzsch

Albert Renger-Patzsch, Zeche Zollverein, Essen 1932. Foto: Albert Renger-Patzsch Archiv / Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

Die Sonderausstellung des Ruhr Museums „Albert Renger-Patzsch. Die Ruhrgebietsfotografien“ zeigt vom 8. Oktober 2018 bis 3. Februar 2019 Klassiker und bisher unveröffentlichte Aufnahmen eines der wichtigsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit, der für die Fotografie des Ruhrgebiets stilbildend geworden ist. Die Ausstellung präsentiert erstmals das vielseitige Werk von Albert Renger-Patzsch, das im Ruhrgebiet entstanden ist.

Mit etwa 100 Fotografien wird sein größtes freies Projekt, die „Ruhrgebietslandschaften“, aus den Jahren 1927 bis 1935 auf der 12-Meter-Ebene vorgestellt. Die Aufnahmen stehen für die Entdeckung der Industrielandschaft als künstlerisches Bildmotiv und stammen aus dem Albert Renger-Patzsch Archiv der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München. Ergänzt werden sie durch 200 überwiegend unbekannte Auftragsfotografien aus den 1920er- bis 1960er-Jahren.

Bei den gezeigten Schwarz-Weiß-Fotografien handelt es sich bis auf wenige Ausnahmen um vom Fotografen selbst erstellte Abzüge. Ihre Qualität ist einzigartig, die Bilder stellen einen Höhepunkt in der Präsentation historischer Fotografien im Ruhr Museum dar. Die Ausstellung ist die bislang umfassendste Schau der Ruhrgebietsfotografien von Albert Renger-Patzsch. Sie wurde organisiert in besonderer Kooperation und mit wissenschaftlicher Unterstützung der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München.

Seine Landschaftsfotografien sind für die Ruhrgebietsfotografie stilbildend gewor-den. Renger-Patzsch kann als spiritus rector für die dokumentarischen Fotogra-fien des Ruhrgebiets angesehen werden, die das Fotoarchiv des Ruhr Museums sammelt, ähnlich wie Otto Steinert am Beginn der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang steht.

Ergänzt werden die Ruhrgebietslandschaften um 200 Fotografien, die Albert Ren-ger-Patzsch bis in die 1960er Jahre im Ruhrgebiet aufgenommen hat. Die bisher teils unveröffentlichten Aufnahmen werden in den Seitenräumen präsentiert und zeigen Architekturfotografien, Aufnahmen der Villa Hügel, des Essener Münsters, der Gartenstadt Margarethenhöhe und verschiedener von Fritz Schupp und Martin Kremmer geplanter Zechen, wie der Zeche Zollverein. Für das Museum Folkwang dokumentierte er den Museumsneubau 1929 und Exponate. Porträt-, Objekt- und Industrieaufnahmen sowie Fotografien der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt Essen ergänzen das Bild eines vielseitig arbeitenden Fotografen.

Albert Renger-Patzsch (1897–1966) zog 1929 ins Ruhrgebiet. Er steht für einen kühl-objektiven Stil und wohlkomponierte Fotografien und ist als künstlerischer Fotograf der Neuen Sachlichkeit bekannt. Berühmt wurde er 1928 durch sein Buch „Die Welt ist schön“. Der Bildband wurde häufig als ästhetisches Manifest für einen fragmentierenden, sachlichen Blick rezipiert. Renger-Patzsch ist aber nicht nur „Fotograf der Dinge“, er hat auch Menschen porträtiert, dokumentarisch im Stadtraum gearbeitet und zahlreiche Aufträge stilistisch durchaus unterschiedlich realisiert.

Ruhr Museum
UNESCO-Welterbe Zollverein
Kohlenwäsche, Schacht XII [A14]

Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
www.ruhrmuseum.de

Das Ruhr Museum befindet sich in der Kohlenwäsche des Welterbes Zollverein, einem Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur.