Leben in der Kolonie: Siedlungsbau im Ruhrgebiet

Wo gearbeitet wird, wird auch gelebt, wird gewohnt. Was aber, wenn die Zahl der Arbeiter dank Kohle und Stahl, dank Krupp, Thyssen und Stinnes geradezu sprunghaft ins Massenhafte steigt – und geeigneter Wohnraum fehlt? Die Lösung lautete: Siedlungsbau. Und plötzlich war der Begriff „Leben in der Kolonie“ Synonym für „Leben im Ruhrgebiet“. Auf der Route der Industriekultur fungieren viele Gebäude, geschlossene Siedlungen als beeindruckende Zeitzeugen von einst.

Siedlung Teutoburgia. Foto: RIK / Guntram Walter
Siedlung Teutoburgia. Foto: RIK / Guntram Walter

Eisenheim und Margarethenhöhe

Älteste ihrer Art: die Siedlung Eisenheim in Oberhausen. Entstanden 1846 ist sie längst mehr als nur Heimat. Sie steht für ein ganz spezielles Lebensgefühl, steht für den Taubenvatter und für jene typischen kleinen Gärten, in denen für die Toilette ebenso Platz war wie für die „Bergmannskuh“. Und sie steht nicht zuletzt für den Stolz der Anwohner, die sich in den 1970er-Jahren vehement gegen den Abriss der mittlerweile sogar denkmalgeschützten Siedlung zur Wehr setzten. Die vielleicht schönste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet wiederum findet sich in Essen. Die Margarethenhöhe gilt als städtebauliches Juwel und als eines der am besten gelungenen Beispiele für die Gartenstadtidee.

Zwei Beispiele nur für viele Gesichter der Region, für das Leben in der Kolonie. Damals wie heute. 

Interaktive Karte der 13 schönsten Siedlungen

Die 13 schönsten Siedlungen der Route der Industriekultur auf einen Blick. Über unsere interaktive Karte sind die weiteren Informationen direkt anwählbar.

VRR-Fahrtenplaner

Mit nur wenigen Klicks zur richtigen ÖPNV-Verbindung: Der VRR-Fahrtenplaner zur Route der Industriekultur listet alle Bus- und Bahn-Verbindungen zu und zwischen den Ankerpunkten, Panoramen und Siedlungen.

Entdeckerpass

55 herausragende Zeugnisse der industriekulturellen Vergangenheit und Gegenwart des Ruhrgebietes bilden die Route der Industriekultur. Dazu gehören überregional bedeutende Industrieanlagen ebenso wie von namhaften Architekten entworfene Arbeitersiedlungen, Museen oder Panoramen. Einen perfekten Überblick gewährt die Broschüre „Entdeckerpass“ des Regionalverbands Ruhr (RVR).