Fabrikstraße

Fabrikstraße, Foto: RIK/ R. Budde
Fabrikstraße, Foto: RIK/ R. Budde

Die Fabrikstraße, die parallel zur Harmoniestraße verläuft, gehört in ihrem südlichen Bereich zur planmäßigen zweiten Stadterweiterung "Auf dem Hustenkamp". Unter Friedrich d. Großen sollten wie im Stammland auch in den preußischen Rheinlanden Manufakturen den Wohlstand mehren, aber in Ruhrort waren diese Unternehmungen nicht von Erfolg gekrönt. Allein die 1803 aus Hauswebereien entwickelte Cottonmanufaktur des Peter Lohmann bestand bis 1817. 1804 ließ er auf fünf Parzellen ein Fabrikgebäude an der heutigen Fabrikstraße, die danach ihren Namen erhielt, errichten. Die Fabrik steht nicht mehr, aber die zweigeschossigen Wohnhäuser Nr. 1-5 gegenüber stammen noch aus dieser Zeit. Nach ihrem Muster wurden im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts die Baureihen bis zur Bergiusstraße geschlossen und vermitteln, einschließlich Wiederaufbauten der 1950er Jahre, ein sehr einheitliches Bild. Der in Ziegel gemauerte Brunnentrog ist die Rekonstruktion eines hier vermuteten, älteren Trinkwasserbrunnens.

Kirchtürme in Ziegelbauweise mit hohen, spitzen Helmen fassen den Straßenzug an beiden Enden ein. Südlich, an der Ecke Dr. Hammacher-Straße steht der Turm der ehemaligen evangelischen Jakobus-Kirche, die hier 1842 im Rundbogenstil errichtet worden war, weil die mittelalterliche Kirche in der Altstadt zu klein wurde. In einer Kartendarstellung der Ruhrorter Häfen und ihrer technischen Anlagen von 1879 ist voller Stolz der "Meridian durch die Turmspitze der ev. Kirche zu Ruhrort" eingezeichnet. 1991 mußte der baufällig gewordene Kirchenraum abgerissen werden.

Das ehemalige evangelische Gemeindehaus seitab der Jakobuskirche an der Dr.- Hammacher-Straße ist eines der eindrucksvollsten Gebäude Ruhrorts. Es wurde1902/3 unter der Bauleitung des Ruhrorter Architekten Fritz Niebel in wuchtigem, romanisch geprägtem Jugendstil errichtet. Der Bau mit einer kirchenartigen Giebelfront zwischen Türmen ist auch unter dem Namen "Nederlandse Kerk" bekannt. Die Ausstattung innen mit gußeiserner Treppe, geschnitzten Türen und Steinreliefs ist erhalten, das Schiff als Bekrönung des mächtigen Turmes und Wahrzeichen der Hafenstadt ging im Zweiten Weltkrieg verloren.  Als das Gemeindehaus 2007 verkauft werden musste, erwarb es die Firma Haniel, Derzeit finden hier kulturelle und bürgerschaftliche Veranstaltungen statt.

Die katholische Maximilianskirche liegt nördlich an der Einmündung zur Bergiusstraße. Der klassizistische Saalbau der Maximilianskirche entstand 1847 und wurde 1869 durch den Kölner Baumeister der Neogotik Heinrich Wiethase um Querhaus und Chor erweitert. Hier bildet das Gemeindehaus mit der Kirche einen baumbestandenen, geschützten Platz. 

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Kontakt & Infos

Manufakturen in Ruhrort, Kirchen, ev. Gemeindehaus
Fabrikstraße
47119 Duisburg-Ruhrort

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Sadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis "Karlstraße", dann ca. 5 Minuten Fußweg. Von Oberhausen Hbf mit RegionalBahn RB36 bis "Duisburg-Ruhrort", dann ca. 10 Minuten Fußweg