Friedrich-Ebert-Brücke

Friedrich-Ebert-Brücke. Foto: RIK/ Guntram Walter
Friedrich-Ebert-Brücke. Foto: RIK/ Guntram Walter

Bereits seit 1872 bemühten sich der Ruhrorter und der Homberger Bürgermeister gemeinsam, bei den Berliner Behörden die Genehmigung für den Bau einer Brücke zu erhalten. Vorwiegend aus politischen Gründen, um den damals feindlichen Franzosen nicht den Rheinübergang zu erleichtern, wurde dies lange verwehrt und erst 1904 konnte der Bau beginnen, 1907 stand die Vorgängerin der heutigen, 1953 wieder aufgebauten Friedrich-Ebert-Brücke. Gleichzeitig mit der Rheinbrücke wurden auf Ruhrorter wie auf Homberger Seite kleine Anschlussbrücken über die Eisenbahnhafenbecken errichtet, denn die Brücken sollten auch die Bahnhöfe auf beiden Seiten für Fußgänger und Wagenverkehr anbinden. Die Hafenbrücke auf Ruhrorter Seite ist eine stählerne Bogenbrücke, deren Fahrbahn die Bögen auf halber Höhe schneidet, und stellt eine besonders elegante Variante dieses Typs dar.

Die beiden solide gemauerten Brückentürme, die an Stadttortürme erinnern, bilden den letzten Rest des einst eindrucksvollen baulichen Ensembles, wie es der Karlsruher Baumeister des historisierenden Jugendstil Hermann Billing (1867- 1946) entworfen hatte. Hier wurde der Brückenzoll erhoben und in der Schankwirtschaft traf man sich zum Plausch, bei schönem Wetter auch unter den Kollonaden, die die beiden Türme mit der Brücke verbanden. In das Gefälle zur tiefer liegenden Fürst-Bismarck-Straße war eine geschwungene, doppelläufige Treppe eingebaut, die einen Brunnen mit der Figur eines Löwen umschloss, das legendäre "Löwken" der Ruhrorter. Beides musste der modernen Straßenerweiterung und kreuzungsfreien Verkehrsführung, die die Türme auf unzugängliche Inseln verbannte, weichen. Der Platz, der eigentlich kein Platz, sondern ein Verkehrsknotenpunkt ist, wurde nach Richard Hindorf benannt, dem aus Ruhrort stammenden Pionier der Plantagenwirtschaft mit Sisal in Deutsch-Ostafrika.

Unter der Brücke hindurch geht es zur Mühlenweide, die an den Standort der früheren Stadtmühle erinnert. Hier finden im Sommer Hafenkonzerte statt und von der Hafengesellschaft wurde eine viel benutzte Anlandestelle für Schiffer eingerichtet, die während des Aufenthalts im Hafen ihr Auto an Land übersetzen wollen.

Der kürzeste Fußweg zum Binnenschifffahrtsmuseum führt von hier über die Eisenbahnhafenbrücke und die neue Fußgänger-Wendeltreppe hinunter direkt zur Apostelstraße. 

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Kontakt & Infos

Friedrich-Ebert-Brücke
Richard-Hindorf-Platz
47119 Duisburg-Ruhrort

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis "Friedrichsplatz", dann ca. 5 Minuten Fußweg.
Von Oberhausen Hbf mit RegionalBahn RB 36 bis "Duisburg-Ruhrort", dann ca. 5 Minuten Fußweg.