Küppersmühle

Küppersmühle. Foto: RIK/ Guntram Walter
Küppersmühle. Foto: RIK/ Guntram Walter

Noch bevor der Innenhafen bis zur heutigen Länge ausgebaut war, gründete Wilhelm Vedder hier 1860 einen Mühlenbetrieb, der 1893 Anschluss an das Wasser fand. Die ersten Gebäude wurden 1908 durch den heutigen siebengeschossigen Neubau einer Dreiflügelanlage ersetzt. Rechts schließt das kleine traufständige Haus für den Betriebsmeister den Hof ab. Früher gab es hier auch noch Pferdeställe. 1912, als Werner & Nicola die Mühle übernahmen, kam der westliche Erweiterungsanbau mit dem freistehenden Kesselhaus und dem Schornstein hinzu. Statt Stichbogenfenster und Zinnenkranz bestimmen jetzt klassizistische Gliederungselemente den Ziegelbau. In der Mühle wurden in einem von oben nach unten gestuften Prozess verschiedene Getreidesorten zu Mehl und Griess vermahlen. Östlich anschließend wurde 1934 der graue Stahlsilo mit aus Röhren zusammengenieteten Kammern erstellt. Der Silo ist 42,75 m hoch und machte als Prototyp Furore. Allerdings bewährte sich diese Bauweise wegen der großen Temperaturschwankungen im Inneren nicht, um Getreide zu lagern. 1969 fusionierte die Mühle mit den Küpperswerken in Homberg und wurde 1972 stillgelegt.

Ehe neues Leben in das alte Gemäuer einzog, fiel 1994 eine bekannte Landmarke des Innenhafens dem Sprengmeister zum Opfer: der Betonsilo mit Milchreklame für "Mr. Softy". Den Umbau der übrigen Bauteile der Küppersmühle betreuten die schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron 1997-1999. In den älteren Teil zog zunächst die Sammlung Grothe, seit 2005 Sammlung Ströher mit Werken deutscher Künstler seit 1945 ein. Das Museum Küppersmühle ist seither neben dem Wilhelm-Lehmbruck-Museum das zweite überregional bedeutende Kunstmuseum in Duisburg. Beeindruckend ist die Großskulptur eines neuen Treppenhauses in ziegelrotem Beton, die heute den Hof dominiert. Innen in hohen, weißen Räumen kommen die Kunstwerke gut zur Geltung, ohne dass das Gebäude außen seinen Charakter eingebüßt hätte. Den Westtrakt und das Kesselhaus bezogen eine Bank, Büros und ein Restaurant mit Hafenterrasse.

Herzog & de Meuron werden auch den Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle realisieren, der im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 bis Ende 2010 entstehen soll. Der Erweiterungsbau hat die schlichte, reduzierte Form eines Quaders und "schwebt" in 36 m Höhe über den Stahlsilos. Der Bau wird als weithin sichtbares Wahrzeichen das Duisburger Stadtbild nachhaltig prägen.

Gegenüber am Philosophenweg betreibt die Stellwerksschlosserei Gömann einen Handel mit Eisenbahnreparaturbedarf, seit das Kopfende des Innenhafens an das Netz der Hafenbahnen angeschlossen war. 

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Kontakt & Infos

MKM Museum Küppersmühle für moderne Kunst
Philosophenweg 55
47051 Duisburg

Öffnungszeiten

Mi 14 - 18 Uhr, Do 11 - 18 Uhr, Fr nach Vereinbarung
Sa | So | Fei 11 - 18 Uhr

Führungen auf Anfrage 

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (Osteingang) mit Bus 934 bis "Hansegracht"