Monopol-Schleppdienst, Schleppamt Duisburg

Monopol-Schleppdienst
Monopol-Schleppdienst

Jenseits der Karl-Lehr-Brücke am südlichen Ruhrufer steht, mit der Adresse Ruhrdeich 20, ein wuchtiger, dreigeschossiger Ziegelbau, der Ende der 1920er Jahre als Schleppamt Duisburg des Monopol-Schleppdienstes errichtet wurde. Mit seinem Mittelbau und der Giebelbekrönung darüber zeigt er charakteristische Merkmale des Backstein-Expressionismus. Heute ist es Bürohaus.

Früher wurden Schiffe ohne eigenen Antrieb bei ihrer Fahrt flußaufwärts und auf Kanälen gezogen, d.h. getreidelt. An langen Leinen wurden sie von einem Pfad längs des Ufers, dem "Leinpfad", aus geführt. Dabei kamen Pferde zum Einsatz, Treidelknechte, aber auch Schiffersfrauen und Kinder, während der Schiffer am Ruder auf dem Schiff verblieb, um den Kurs zu halten. Zugleich mit dem staatlich betriebenen Ausbau der Schifffahrtskanäle vom Rhein und der Ruhr aus bis zu Oder und Ems war der Schleppdienst als staatliches Monopol eingerichtet worden. Mit zeitweise über hundert Schleppern und über 1.000 Mitarbeitern wurde er zur größten staatlichen Binnenreederei der Welt. Seit der Einführung der Schleppschifffahrt wurden Treidelstationen allmählich überflüssig. Nur im Bereich von Schleusen, in denen nicht mit Schleppschiffen geschleppt werden konnte, zogen noch Treidellokomotiven die Kähne. Nach dem Krieg ging der Schleppdienst in Folge der Eigenmotorisierung der Flussschiffe rapide zurück. Schon 1957 waren über die Hälfte Selbstfahrer, 1967 wurde der Monopol-Schleppdienst aufgelöst.

Das Monopol zwang alle Schleppkähne zur Nutzung der staatlichen Schlepper. Schleppordnung und feste Tarife für die Schlepperlöhne regelten den Verkehr auf den Kanälen. Schlepper arbeiteten jeweils auf bestimmten Kanalabschnitten zwischen zwei Schleusen. Vor der Schleuse wurde der angehängte Kahn abgelegt, von der Lokomotive durch die Schleuse getreidelt und dann von einem anderen Schlepper weitergezogen, während der erste Schlepper mit einem neuen Kahn zurück fuhr. Die Leitung des umfangreichen Schleppbetriebes in den verzweigten Kanälen erforderte eine Anzahl nautischer Betriebsstellen. Zu diesen Schleppämtern zählte auch das ehemalige Verwaltungsgebäude des Schleppamtsreviers Duisburg. 

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Kontakt & Infos

Monopol-Schleppdienst, Schleppamt Duisburg
Ruhrdeich 20
47059 Duisburg-Ruhrort

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis "Albertstraße"