Schleuse Meiderich

Schleuse Meidrich. Foto: RIK/ Guntram Walter
Schleuse Meidrich. Foto: RIK/ Guntram Walter

Mit ursprünglich sieben, heute fünf Schleusenstufen, überwindet der Rhein-Herne-Kanal die Steigung zum Dortmund-Ems-Kanal. Die Nummerierung der Schleusen beginnt am Rhein, sodass die Meidericher Schleuse die erste ist. Der Vorgängerbau der heutigen Schleuse wurde gleichzeitig mit der Kanalöffnung 1914 in Betrieb genommen und bildet das Bindeglied zwischen dem Ruhrorter Hafenkanal und dem vom Rhein-Herne-Kanal abzweigenden Kanalhafen bereits auf Meidericher Stadtgebiet. Das gesamte Industrieareal zwischen dem Kanal und dem nördlich gelegenen Güterbahnhof "Duisburg-Ruhrort Hafen" ist im Besitz der Duisburger Hafen AG, also auch die Schleuse. Zusammen mit der Ruhrschleuse ist sie das Bindeglied zwischen dem Rhein, dem Land zwischen Ruhr und Emscher und den Schifffahrtswegen Ems, Weser, Elbe und Oder.

Der Neubau der Schleuse Meiderich wurde 1980 dem Verkehr übergeben. Ihr eindrucksvolles Hubportal für das Untertor bildet eine weithin sichtbare Landmarke in der Hafen- und Flusslandschaft. Der Vorhafen der alten Schleuse ist heute noch im Unterwasser, d.h. westlich der Schleuse, an der Mauerung der Kanalwände zu erkennen. Als Reserveplatz für ggf. notwendige Bauarbeiten wird er nicht verfüllt. Die heutige Schleusenkammer ist 190 m lang (vorher 165 m) und 12 m breit (vorher 10 m), angepasst an größere Schubverbände. Der Hub ist abhängig vom Rheinwasserstand. Steht bei Rheinhochwasser der Pegel schleusenabwärts höher als im Kanal, kann auch zu Tal geschleust werden, statt wie üblich zu Berg. Die Schleuse hat kein eigenes Pumpwerk, sondern wird von Pumpen im Becken C des Ruhrorter Hafens versorgt. Ein zweiteiliges Hubtor schließt die Schleuse zum Unterwasser. Der obere Teil des Tores dient als Sperrtor bei extremem Rheinhochwasser, damit die Schleuse nicht überspült werden kann. Gegen das Oberwasser schließt ein Hubsenktor die Schleuse ab, das zur Freigabe für die Schifffahrt nach unten abgesenkt wird.

Da der Rhein sein Flussbett immer weiter aushöhlt und damit absinkt, entsteht ein Niveauunterschied zu den Hafenbecken und Schleusen. Deshalb müssen immer wieder die Hafensohlen, die Schleusenkammern und Tore vertieft werden. Eine umfangreiche geotechnische Maßnahme war das 1965 abgeschlossene Absenken des gesamten Hafengebietes durch gezielten Kohleabbau. Beim Bau der neuen Schleuse Meiderich wurde vorsorglich die Sohle auf NN +12,00 m gelegt und damit rund 2,20 m tiefer als die frühere Schleusensohle.

Hier am Beginn des Kanals befindet sich die Hebestelle für die Kanalgebühren und es werden die Schiffe und Frachten registriert. Die Schleusengruppe Duisburg wurde in letzter Zeit von bis zu 23.000 Schiffen jährlich mit rund 17 Millionen Tonnen passiert. 

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Kontakt & Infos

Schleuse Meiderich
Pontwert 4
47138 Duisburg-Meiderich

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis "Albertstraße", dann ca. 30 Min. Fußweg