Steiger Schifferbörse - Hafenrundfahrt

Museumsschiff an der Steiger Schifferbörse. Foto: RIK/ Guntram Walter
Museumsschiff an der Steiger Schifferbörse. Foto: RIK/ Guntram Walter

Dort wo heute am Steiger Schifferbörse Hafenrundfahrtschiffe anlegen, befand sich 1753 eine Schiffswerft in der Ruhrmündung. Östlich davon war seit 1716 das erste, geschützte Hafenbecken vom Flußbett abgezweigt und vertieft worden. Beide Ruhrufer bis zur Mündung in den Rhein waren als Lagerplätze für Kohle genutzt. Mehrfach wurde seither die eigentliche Flussmündung nach Süden verlegt, um Raum für Kanalzufahrten zu immer neuen Hafenbecken zu schaffen. Ruhrort und die Schifferbörse liegen seit 1868 nicht mehr an der Ruhr, sondern am Hafenkanal.

Im Hafenmund vor der Schifferbörse liegt der Radschleppdampfer "Oscar Huber". Er gehört heute zur Flotte des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt. Mit dem Einsatz der Dampfmaschine wurde die Schifffahrt weitgehend von Strömung und Winden unabhängig, auch das Treideln vom Ufer aus war nun überflüssig. Nachteil der Dampfmaschinen auf Schiffen stellte das hohe Eigengewicht einschließlich dem Kohlevorrat dar, sodass kaum mehr Ladekapazität übrig blieb. Dieses Problem löste Mathias Stinnes. Er trennte den antreibenden von dem lasttragenden Schiffskörper und erfand die Schleppschifffahrt. Mit über 1000 registrierten Schleppbooten auf dem Rhein erreichte sie um 1950 ihren Höhepunkt. Leistungsfähigere Dieselmotoren und die Umstellung auf Schubverbände bzw. heute Containerschiffe ermöglichten seither eine enorme Steigerung der Arbeitsproduktivität und lösten die alte Technik ab.

Ein weiteres technisches Denkmal ist der historische Dampfdrehkran von 1897, der bis 1974 am Parallelhafen seinen Dienst tat und als einziger seiner Bauart erhalten ist.

Den südlichen Beginn der Dammstraße markiert die Schifferbörse. Hier handelte man auf der Grundlage der "Mannheimer Akte" von 1868, die den freien Zugang zum Rhein als Verkehrsweg regelte, die Frachten zwischen Schiffern und Verladern und die Schlepperlöhne aus. Das Gebäude in Formen der Fachwerk-Renaissance blickte mit seiner Eingangsfront zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem damaligen Denkmalplatz, vom Balkon im Obergeschoss hatten die Börsenmitglieder freie Aussicht über die Ruhrmündung und den Rhein. Nach Kriegsschäden und einem Brand 1946 wurde 1951 der Architekt Wilhelm Schmidt mit einem Neubau beauftragt. Er behielt die Ausrichtung bei, allerdings ist das Haus jetzt größer und umschließt einen seit 1961 mit Glas überdachten Innenhof. Später wurden in dem Gebäude Büros untergebracht, zeitweilig die städtische Jugendmusikschule und schließlich ein Restaurant mit Biergarten. Die letzte denkmalgerechte Instandsetzung erfolgte ab 1998, allerdings hat die Fassade zum heutigen Gustav-Sander-Platz über die Jahre wichtige Gestaltungsdetails eingebüßt. Die Institution "Schifferbörse" nutzt nach wie vor die oberen Sitzungsräume, auch wenn dort keine Frachten mehr verhandelt werden. Als einzige Vereinigung ihrer Art, deren Vorstand sich je zu einem Drittel aus Reedern, Partikulieren, sowie Verladern und Spediteuren zusammensetzt, besteht sie in Verbindung mit der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer bis heute. Ihre Sachverständigenkommission hat 1908 erstmals die "Handelsbräuche in der Rheinschifffahrt" verbindlich formuliert und seither immer wieder aktualisiert. Nach wie vor berät die Gutachterkommission in Fragen der Handelsbräuche und Usancen in der Binnenschifffahrt. 

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Kontakt & Infos

Steiger Schifferbörse
Rhein km 780,8
Dammstraße / Gustav-Sander-Platz
47119 Duisburg

Hafenrundfahrten

von Ende März bis Ende Oktober
tägl. 11.00, 13.15 und 15.30 Uhr

Rundfahrt von Schwanentor bis Schwanentor: 2 Std.
Fahrt von Schwanentor bis Schifferbörse: 1 Std. 15 Minuten
Rundfahrt Schifferbörse bis Schifferbörse: 2 Std. 15 Minuten

ÖPNV

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis "Tausendfensterhaus" oder "Karlstraße", dann ca. 5 Minuten Fußweg. Von Oberhausen Hbf mit RegionalBahn RB 36 bis "Duisburg-Ruhrort", dann ca. 10 Minuten Fußweg 

Tipp

Entlang des Leinpfads am Hafenkai finden Sie weitere Informationen zur Hafengeschichte und gelangen zu Fuß zum Binnenschifffahrtsmuseum. In entgegengesetzter Richtung öffnet sich die Aussicht über die Hafenkanäle. Auf der Kaimauer Krausstraße steht die Skulptur "Trichter" von Peter Könitz.