Vinckeplatz

Vinckeplatz. Foto: RIK/ R. Budde
Vinckeplatz. Foto: RIK/ R. Budde

Der heutige Vinckeplatz markiert die Einmündung mehrerer Nebenstraßen in die Ruhrorter Straße als Hauptverkehrsachse zwischen Duisburg und Ruhrort. Sein Name erinnert an Ludwig Freiherr von Vincke (1774-1844), der im frühen 19. Jahrhundert sich als Oberpräsident der preußischen Provinz Westfalen große Verdienste um den Ausbau der Ruhrorter Häfen erworben hat. Das Denkmal zu seinen Ehren, die Vincke-Säule auf einer Verkehrsinsel zwischen Hafenstraße und Carpstraße, wurde 1845 zunächst auf der Mole zwischen Kaiserhafen und Hafenkanal, dem heutigen Vinckekanal, errichtet. Auf hohem Sockel und einer 7,5 m hohen Granitsäule, die ein bronzenes, korinthisches Kapitel bekrönt, steht die Bronzefigur der "Felicitas publica" mit einem Füllhorn im Arm – sie soll Glück und Wohlstand für das Gemeinwesen symbolisieren. Der Entwurf für die Figur stammt von dem damals bedeutendsten Bildhauer Preußens Christian Daniel Rauch. Die ursprüngliche Figur wurde 1941 zusammen mit zahlreichen anderen Denkmälern, u.a. der Germania vom Neumarkt, für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen; die heutige Replik entstand erst 1962. Der häufige Standortwechsel des Denkmals u.a. auf die Mühlenweide am Hafenmund spiegelt den Wandel, den Ruhrort und seine Häfen bis heute prägen. Seit einigen Jahren ist die Glücksgöttin in die Nähe der Stelle zurückgekehrt, wo sie schon 1925 und noch einmal nach 1945 gestanden hatte.

Die dritte Ruhrorter Schule ist die 1905 eingeweihte Evangelische Schule an der Oberdammstraße, später Carpstraße westlich vom Tausendfensterhaus. Anlässlich ihres 80jährigen Bestehens erhielt sie 1985 den Namen Eduard-Carp-Schule. Auf ehemals Haniel'schem Terrain wurde sie wie die Gesamtschule von Baurat August Jording als evangelische Grundschule für Jungen und Mädchen – natürlich mit getrennten Eingängen und getrennten Klassen! – errichtet. Dieser zinnenbekrönte rote Ziegelbau ist mit reicher Bauzier geschmückt und mit dunkleren Ziegelbändern gegliedert. Aus dem dazu passenden Hofgitter entfernte man 1938 die Eisenteile, um Metall für die Rüstungsindustrie zu sammeln. Nach Kriegsschäden ist das Gebäude nur noch teilweise im früheren Zustand erhalten. Der Jurist Eduard Carp (1847-1924) heiratete 1880 die Enkelin von Franz Haniel Alma Julie Adeline. Als Teilhaber von Franz Haniel & Co. wie als Amtsgerichtsrat und Präsident der Handelskammer Ruhrort übte er großen Einfluss aus und erwarb sich bleibende Verdienste um die Entwicklung von Stadt und Hafen. 

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Kontakt & Infos

Vinkesäule, Eduard-Carp-Schule
Vinkeplatz
47119 Duisburg-Ruhrort

Von Duisburg Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 901 bis "Tausendfensterhaus". Von Oberhausen Hbf mit RegionalBahn RB 36 bis "Duisburg-Ruhrort", dann ca. 10 Minuten Fußweg