Katholische Kirche St. Josef

Katholische Kirche St. Josef
Katholische Kirche St. Josef

1889 wurde die katholische Kirche St. Joseph, auch "Katernberger Dom" genannt, eingeweiht, aber ihr weithin sichtbarer Turm erhob sich erst neun Jahre später über die Katernberger Dächer. Am Ende des Kirchplatzes steht der große Pfarrhof mit der St.-Josef-Statue im Giebel, dem Namenspatron der Gemeinde.

Den Anstoß zum Kirchenbau hatte Bauer Distelbeck gegeben. Er hatte der katholischen Gemeinde ein Gründstück von 24 ha gestiftet unter der Bedingung, eine Kirche zu erbauen. Trotz dieser günstigen Voraussetzungen fehlte es an den not- wendigen finanziellen Mitteln, so dass die Gemeinde einen Teil des Grundstücks verkaufte. Aber auch der Erlös reichte nicht und so sprang wieder einmal die Familie Haniel ein. Sie gab 18.000 Mark dazu und beteiligte sich jährlich an dem Gehalt des Pfarrers.

Der Architekt Heinrich Nagelschmitt entwarf die neugotische Kirche. Nach nur 16 Monaten Bauzeit konnte der Stoppenberger Pfarrer Hicken sie am 22. Dezember 1889 einweihen. Von der Ausstattung original erhalten sind drei Fenster im Chor, der Marienaltar und drei Beichtstühle.

Der stetige Zuzug von neuen Arbeitskräften und ihren Familien nach Katernberg ließ auch die Gemeinde ständig anwachsen. Als sie im Jahr 1894 unter dem ersten Rektor Berndorf zur selbständigen Pfarrei wurde, zählte sie bereits 4.760 Mitglieder. Gut 30 Jahre später gehörte sie mit mehr als 13.000 Mitgliedern zu einer der größten Pfarreien in Deutschland.

Zahlreiche Vereine prägten das rege Gemeindeleben und beteiligten sich nicht nur an der Gestaltung von Freizeitaktivitäten und Unterstützung sozialer Aufgaben, sondern trugen auch zur Ausstattung der Kirche selber bei. So sorgte sich z.B. der Mareinverein um die liturgischen Gewänder und die Ausstattung der Altäre, während der 1881 gegründete Knappenverein eine Unfallkasse als Selbstinitiative der Bergarbeiter organisierte. Eine Bewahrschule übernahm die Betreuung kleiner Kinder und auch eine Bücherei und Nähschule fehlten nicht. Besondere Hilfe und Unterstützung fanden die Familien bei den Ordensschwestern der Elisabetherinnen im Marienhaus in der Straße Termerhöfe, die einen ambulanten Krankendienst anboten. So konnten die Männer ungehindert ihrer Arbeit fortsetzen, wenn ihre Frauen "ausfielen". Einige der geselligen und sozialen Vereine bestehen heute noch, u.a. eine Chorgemein- schaft, die Katholische Arbeiter-Bewegung (KAB), die Kolpingfamilie sowie eine "Sterbekasse", die während der Inflation 1923 gegründet worden war.  

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Kontakt & Infos

Katholische Kirche St. Josef
Joseph-Schüller-Platz 5
45327 Essen-Katernberg

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahn 107 bis "Hanielstr", dann ca. 8 Minuten Fußweg.