Steigerhäuser und Kolonie 3

Steigerhäuser. Foto: RIK/ Guntram Walter
Steigerhäuser. Foto: RIK/ Guntram Walter

Parallel zum Bau der dritten Schachtanlage Zollverein ließ Haniel Wohnbauten für die Belegschaft errichten. Der Standort für "sechzehn vierfache Arbeiterhäuser" und "zwei dreifache Beamten- häuser" lag an der Grenze der Bauernschaften Schonnebeck/Katernberg und war so ausgewählt worden, dass die Bewohner der Siedlung sowohl die neue Schachtanlage als auch Zollverein 1/2 gut erreichen konnten. Die räumliche Strukturierung der Siedlung spiegelt "die feinen Unterschiede" wider. In der neuangelegten Schlägelstraße wurden die Arbeiterhäuser errichtet, etwas erhöht an der Ückendorfer Straße die Wohnhäuser für die Steiger. Damit hatten diese das Leben in der Kolonie im Blick. Dass dies beabsichtigt war, geht aus dem hervor, was Robert Hundt 1902 über Zollverein berichtete: "Für die Aufrechterhaltung der Ordnung in den Kolonien sind besondere Aufseher angestellt, die auch darüber zu wachen haben, dass die in den Miethverträgen enthaltenen Bestimmungen über die Hausordnung befolgt werden."

Die mehrgeschossigen Häuser an der Ückendorfer Straße waren großzügiger gebaut und boten ihren Bewohnern mehr Komfort, als dies bei den Arbeiterhäusern der Fall war. Auch in der aufwändigen und repräsentativen Fassadengestaltung manifestiert sich die hierarchische Betriebsstruktur.

Die Arbeiterhäusern in der Schlägelstraße, die auch heute noch fast originalgetreu erhalten sind, fassen jeweils vier Wohnungen unter einem Dach zusammen. Aber in der Aufteilung der Häuser variierte man den bis dahin verwendeten Typ des Vierfachhauses: zwei Wohnungen werden von der Straßenfront, zwei seitlich erschlossen. Dadurch ergab sich ein unterschiedlicher Zuschnitt der Wohnungen, zu der aber jeweils zwei hintereinander liegende Räume im Erd- und Dachgeschoss sowie ein fünfter im Anbau über Stall und Abort gehörten. Vermutlich war man mit dieser Variante nicht ganz zufrieden, weil sie bei einem Teil der Wohnungen Platz verschenkte. Dies hatte zu Beschwerden der Mieter geführt. Jedenfalls kehrte die Bauleitung bei der Erweiterung der Kolonie zum bewährten Kreuzgrundriss zurück. Abgesehen von den ersten Häusern und später nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten, weisen die um 1901 gebauten Häuser an der Eisenstraße wieder den klassischen Kreuzgrundriss auf. Alle Wohnungen erhielten nun wieder den gleichen Zuschnitt und vier etwa gleich große Räume von insgesamt 62,32 Quadratmetern. Die Ställe wurden von den Häusern abgerückt, um Geruchsbelästigen zu vermeiden. Unproblematischer war es dagegen auf die Gleichförmigkeit in der Fassadengestaltung zu verzichten. "Bei den Facaden ist durch die Anwendung von geputzten Flächen mit Ziegelverblendung einige Abwechselung des Aeußeren erzielt", schrieb Robert Hundt 1902. Auch über die Isolierung hatte man sich Gedanken gemacht. "Die Häuser sind durchweg massiv in Ziegelstein errichtet und an den Wetterseiten mit Luftschicht gemauert." 

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Kontakt & Infos

Steigerhäuser und Kolonie 3
Ückendorfer Straße/ Eisenstraße
45327 Essen-Katernberg

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahn 107 bis "Abzweig Katernberg", dann ca. 13 Minuten Fußweg.