Stiftskirche

Stiftskirche. Foto: RIK/ R. Budde
Stiftskirche. Foto: RIK/ R. Budde

Ein bauliches Zeugnis mittelalterlicher Geschichte hat sich mit der Stiftskirche auf dem Kapitelberg erhalten. Ihre Gründung geht auf die Essener Äbtissin Swanhild (1073-85) zurück, die hier eine 1074 geweihte Nikolauskapelle errichten ließ, damit die weit von der Essener Mutter- kirche entfernt lebenden Gläubigen "im Falle ihrer Todesnot wegen der Zeit und der Schwierigkeiten des Weges dort Taufe, Begräbnis sowie die übrigen Lebensmittel der Seele empfangen mögen".

Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert gehörte die Stiftskirche zu einem Doppelkloster der Prämonstratenser, das später nur noch als Frauenkloster genutzt wurde. Im 15. Jahrhundert erhielt das Kloster eine neue Zuordnung zu einem freiweltlichen, adeligen Frauenstift, das bis zur Säkularisation bestand. Zwanzig Damen aus Adelsfamilien zählte das freiweltliche Stift, denn diese Anzahl entsprach der der Pfründe, den Eigentumsanteilen, die jeder Stiftsdame aus dem grundherrschaftlichen Besitz des Stiftes zustand. Als 1803 das Stift aufgehoben und die Gebäude später abgerissen wurden, blieben einige der Damen, so weit sie über eigene Häuser verfügten, auf dem Kapitelberg wohnen. Über 100 Jahre diente die ehemalige Klosterkirche als Pfarrkirche, dann übernahm die neu errichtete Nikolauskirche diese Funktion.

Zu Beginn der 1960er Jahren gründeten unbeschuhte Karmeliterinnen ein neues Kloster hinter der Stiftskirche, die damit wieder zur Klosterkirche wurde. Nach dem Orden benannt, heißt sie seit 1967 Maria in der Not und ist der geistlichen Mittelpunkt des klösterlichen Lebens. Mit einer Hostienbäckerei versorgen die Karmeliterinnen täglich zahlreiche Pfarreien in der Region.

Die dreischiffige romanische Pfeilerbasilika mit einem quadratischen Chorhaus und Nonnenempore ist aus Ruhrsandbruchstein gebaut und zeigt im Wesentlichen den Zustand nach einem Umbau aus dem Jahr 1241. Sehenswert ist vor allem das restaurierte romanische Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert, aber auch die modernen Fenster des Essener Dombaumeisters Dr. Heinz Dohmen. Eine Grabplatte in der Kirche erinnert an den Schonnebecker Domherrn Franz-Ferdinand von Wenge, der 1788 hier seine Ruhestätte fand. Als Gründer der St. Anthony-Hütte in Oberhausen-Sterkrade, der ältesten Eisenhütte des Reviers aus dem Jahr 1758, gilt er als Pionier der Ruhrindustrie.

Wie zahlreiche Gebäude in der Region blieb die Kirche auch vor Bergschäden nicht bewahrt und musste in den 1970er Jahren unterfangen werden.  

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Kontakt & Infos

Stiftskirche
Kapitelberg
45141 Essen-Stoppenberg

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahnlinie 107 bis  "Ernestinenstr.", dann ca. 4 Minuten Fußweg.