Werksfürsorge

Werksfürsorge. Foto: RIK/ R. Budde
Werksfürsorge. Foto: RIK/ R. Budde

An der Ecke Viktoria-/ Hegestraße liegt etwas zurückversetzt das Gebäude der ehemaligen Werks- fürsorge. Das rote Backstein- gebäude im Reformstil von 1938 ist ein Entwurf von Fritz Schupp, dem Erbauer von Zollverein Schacht 12, der den alten Bauernhof Schulte auf der Hege in die Gestaltung mit einbezog. Über lange Zeit herrschte in dem Haus geschäftiges Treiben. Fürsorgerinnen berieten die Bergarbeiterfrauen in allen wichtigen Lebensfragen und boten zahlreiche Kurse in Gesundheits- und Säuglingspflege an, auch regelmäßige Nähkurse fehlten nicht. Gemeinsame Ausflüge, Feiern und Ferien gehörten ebenso zum Programm wie die Vermittlung von Kuraufenthalten.

Seit 1928 kümmerten sich die ausgebildeten Fürsorgerinnen in unterschiedlichen Räumlichkeiten um das Wohl der "Werksfamilie" , bevor sie in der Hegestraße angemessene Räumlichkeiten beziehen konnten. Innerhalb des Betriebes Zollverein waren die Frauen etwas Besonderes, denn die Fürsorgerinnen waren die einzigen angestellten Frauen und unmittelbar dem Zechendirektor unterstellt. Das fiel vor allem bei Betriebsversammlungen oder -feiern auf, wenn sie als einzige Frauen in der Nähe des Direktors ihre Plätze eingenommen hatten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien die betriebliche Werksfürsorge nicht mehr zeitgemäß. Die Gewerkschaften setzen nach und nach neue Konzepte durch, Urlaubsgeld statt Erholungsheime, Arbeits- und Gesundheitsschutz statt Fürsorge. Soziale Aufgaben sollten nicht mehr von den Betrieben, sondern von karitativen Einrichtungen übernommen werden. Als 1965 eine neue Zechendirektion ihr modernes Betriebskonzept verwirklichte, wurde die Werksfürsorge eingestellt.  

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Kontakt & Infos

Werksfürsorge
Viktoriastraße
45327 Essen-Katernberg

ÖPNV

Von Essen Hbf mit Straßenbahn 107 bis "Katernberger Markt", dann ca. 10 Min. Fußweg