Eisenbahner-Siedlung Wedau

Eisenbahner-Siedlung Wedau. Foto: RIK / Guntram Walter
Eisenbahner-Siedlung Wedau. Foto: RIK / Guntram Walter

Ein halbes Jahr bevor der Verschiebebahnhof Wedau im Herbst 1913 in Betrieb ging, wurde mit dem Bau von 300 Wohnungen für das "Eisenbahnbetriebspersonal" begonnen. Mit der Anlage der Siedlung betraute die preußische Eisenbahnverwaltung den "Beamten-Wohnungsverein Duisburg". Durch die Anlage eines zentralen Platzes (Wedauer Markt) und den Aufbau einer Infrastruktur aus Läden, Post, Schule, Kirchen erhielt die Siedlung den Charakter eines eigenständigen Ortes. In der Einrichtung kultureller Mittelpunkte, wie Gesellschaftshaus und Vereinshäuser haben die pädagogischen und kulturpolitischen Vorstellungen der Lebensreformbewegung vor dem Ersten Weltkrieg ihren Niederschlag gefunden. Die Anlage der Siedlung folgte dem Konzept der Gartenstadt: Bildung von Plätzen, versetzte Anordnung von Straßen und Häusergruppen, Freiflächen und Straßenbäume, Hofbildung mit Torbögen und Fußwegen. Die Architektur ist durch traditionelle Stilelemente und eine abwechslungsreiche Gestaltung von Dächern und Dachaufbauten gekennzeichnet. Straßennamen wie "Heimweg", "Kehrwieder", "Im Grünen Winkel", "An den Linden" oder "Zum Fliederbusch" sollen Heimatgefühle wecken. Die größtenteils zweigeschossigen, häufig durch eingeschossige Verbindungsbauten zusammengefassten Häuser verleihen der Siedlung einen kompakten Zug, der ein Gegengewicht in den ausgedehnten Innenbereichen findet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Siedlung Wedau in Anlehnung an die vorhandene Bebauung erweitert, wobei zur Linderung der Wohnungsnot und im Sinne des "Kriegerheimstättengedankens" auch Wohnungen für kinderreiche Familien und für die Witwen und Waisen von Soldaten gebaut wurden. Zu den 327 Häusern des Jahres 1915 kamen bis 1925 158 weitere Gebäude.  

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Kontakt & Infos

Eisenbahner-Siedlung Wedau
Wedauer Straße / Am See
47279 Duisburg-Wedau

ÖPNV

Vom S-Bahnhof "Duisburg-Schlenk" mit Bus 934 bis "Kiesendahl"