Haus Hartenfels

Zechnung Peter Klöckner in Festschrift IHK Wesel 1956
Zechnung Peter Klöckner in Festschrift IHK Wesel 1956

Als Peter Klöckner (1863-1940), im Stahlhandel groß gewordener und dann auch im Stahl- und Maschinenbau engagierter Industrieller, zum zweiten Mal heiratete, ließ er sich im Stadtwald nahe der Stadtgrenze ein exklusives Baugelände übereignen, dessen nicht kommerzielle Nutzung er ausdrücklich vertraglich zusichern musste. Als Architekten beauftragte er seinen Schwager Hermann Wolters, Stadtbaurat in Coesfeld.

Vorbild für das 1911/12 errichtete Haus Hartenfels waren wohl die massigen Landhäuser des Burgenspezialisten Bodo Ebhardt. Der erste Entwurf mit aufwendigen neoromanischem Dekor wurde erheblich vereinfacht ausgeführt. Im Prinzip handelt es sich um ein zweigeschossiges Wohnhaus mit zentraler Halle, Repräsentations- und Wohnräumen. Die zunächst schlichte Westfassade wurde nach kurzer Zeit durch weitere Wintergärten und Erker ergänzt. Eine Besonderheit ist der weithin sichtbare Turm, der den Blick auf die Industrielandschaft im Westen und Norden ermöglichte.

Im hohen Speicher wurde eine große "Spielwiese" für die Kinder eingerichtet. Der Personalaufwand war zunächst wohl gering. Erst mit dem Anbau eines Gästeflügels in den 1920er Jahren (Architekt William Dunkel, Düsseldorf) wurden auch die Wirtschaftsräume erheblich vergrößert.

Klöckners Passion gehörte der Jagd, und die Familie besaß ein Jagdhaus im Westerwald, wo auch der Name "Hartenfels" seinen Ursprung hat.

Nach Klöckners Tod und dem Auszug der Familie nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus mit bis zu 250 Ausgebombten und Flüchtlingen belegt. Die Innenausstattung litt zu dieser Zeit sehr; das Haus verwahrloste schließlich völlig. Erst in den 1980er Jahren wurde es gesichert und äußerlich wiederhergestellt. Das Innere, wo sich zumindest im Erdgeschoss große Teile der festen Ausstattung erhalten haben, befindet sich dagegen noch immer in unfertigem Zustand. Es ist geplant, das Gebäude einem Investor zum Ausbau als Hotel oder Tagungsstätte zu übergeben. 

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Kontakt & Infos

Haus Hartenfels
Mülheimer Straße 290
47057 Duisburg-Stadtwald
(Zufahrt über Mülheim: Prinzenhöhe/Hochfelder Str.)

ÖPNV

Von Duisburg Hbf oder Mülheim (Ruhr) Hbf (jeweils U-Stadtbahn-Ebenen) mit Straßenbahn 901 bis "Monning", dann ca. 10 Minuten Fußweg