Krupp Hüttenwerke Tor 1

Krupp Hüttenwerke Rheinhausen. Hist. Ansicht
Krupp Hüttenwerke Tor 1. Foto: RIK / R. Budde

Heute lässt sich nur noch erahnen, dass sich hinter dem Tor 1 einst eines der bedeutendsten Hüttenwerke des Ruhrgebietes erstreckte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts reichten die Kruppschen Hüttenwerke am Mittelrhein und in Duisburg-Hochfeld nicht mehr aus, um den Roheisen- bedarf der expandierenden Gussstahlfabrik in Essen zu decken. Der Bau eines neuen integrierten Hüttenwerks versprach durch die Kombination von Hochöfen, Stahl- und Walzwerken an einem Ort den größten Profit.

1897 blies man die ersten Hochöfen an und erzeugte seit 1900 Siemens-Martin-Stahl und seit 1905 Thomas-Stahl. Bis zum Ersten Weltkrieg entstand ein Großbetrieb mit insgesamt 10 Hochöfen, Stahl- und Walzwerken, Kokerei und Nebenbetrieben, zu dem es im Ruhrgebiet nur zwei vergleichbare Anlagen gab: das Thyssen-Werk in Bruckhausen und die Gutehoffnungshütte in Oberhausen. 

Krupp Hüttenwerke Tor 1. Foto: RIK / R. Budde
Krupp Hüttenwerke Tor 1. Foto: RIK / R. Budde

Das Werk wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Kriegsschäden verschont und entging in der Nachkriegszeit nur knapp einer völligen Demontage. Bald folgten Modernisierung und Ergänzung der Anlagen. Nachdem gegen Mitte der 1970er Jahre die weltweite Stahlkriese einsetzte, wurden im Zuge von Rationalisierung und Verringerung der Produktions- kapazitäten Belegschaft und Produktion in den 1980er Jahren verringert, begleitet von wiederholten Arbeitskämpfen, die breite Unterstützung in der Bevölkerung fanden. Damals war das Tor 1 Schauplatz zahlreicher Mahnwachen und Protestaktionen. Trotz des jahrelangen, zum Teil spektakulären Kampfes um den Erhalt der Arbeitsplätze wurde das zum damaligen Krupp-Hoesch-Konzern gehörende Stahlwerk Duisburg-Rheinhausen am 14. August 1993 endgültig geschlossen.

Das Torhaus am Haupteingang des Hüttenwerks stammt in seiner gegenwärtigen Form aus den 1950er Jahren und bildet mit seinem "schwebenden" Dach aus Stahlbeton ein typisches Beispiel der Architektur dieser Zeit. 

Auf dem ehemaligen Hüttengelände von 300 ha Größe entstand seit 1998 der "Logport Duisburg", eines der größten Logistikzentren Europas mit rund 3000 Arbeitsplätzen. 

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Kontakt & Infos

Tor 1
Europaallee
47229 Duisburg-Rheinhausen

ÖPNV

Von Duisburg Hbf mit Regionalbahn RB33 bis "Rheinhausen Ost"