Rhein-Herne-Kanal und Schleuse Oberhausen

Schleuse Oberhausen. Foto: RIK/ R. Budde
Schleuse Oberhausen. Foto: RIK/ R. Budde

Der Rhein-Herne-Kanal entstand 1906 bis 1914 als Verbindung zwischen den Duisburg-Ruhrorter Häfen und dem bereits 1899 in Betrieb gegangenen Dortmund-Ems-Kanal mit dem 7,5 km langen Zweigkanal Herne, der später dem Rhein-Herne-Kanal zugeschlagen wurde. Trotz günstiger Geländeverhält- nisse - der Höhenunterschied beträgt lediglich 36 Meter - stellte der Bau des 38 Kilometer langen Kanals eine große Herausforderung an die Ingenieure dar, weil die Kanaltrasse über die Grubenfelder mehrerer größerer Bergwerke im mittleren Ruhrgebiet verläuft.

Aufgrund der zu erwartenden Bergsenkungen wählte man besondere Maße und baute verwindungssichere Schleusentore. Als Untertor diente ein an Stahlseilen aufgehängtes Hubtor, das Obertor war als Klapptor konzipiert. Alle Schleusen von Oberhausen bis Herne wurden im Fußstapfensystem als versetzt angelegte Schleusenpaare gebaut, um die Funktionssicherheit durch eine zweite Schleuse zu gewährleisten. An den Schleusenkammern zogen elektrische Treidellokomotiven die Scheppkähne in die Schleuse hinein und auch wieder hinaus. Auf den Kanalabschnitten besorgten die Schlepper der staatlichen Monopolschleppschifffahrt bis 1967 die Beförderung der antriebslosen Kähne. Dann hatten die "Selbstfahrer" gesiegt. 

Schleuse Oberhausen. Foto: RIK/ Guntram Walter
Schleuse Oberhausen. Foto: RIK/ Guntram Walter

Die Schleuse Oberhausen liegt südlich des Westfriedhofs (direkter Zugang über Friedhofs-Nebeneingang) am Rhein-Herne Kanal. Bei Eröffnung des Rhein-Herne-Kanals wurden sieben Schleusen in Betrieb genommen. Sie hatten anfangs noch keine Namen. Später waren im heutigen Oberhausener Stadtgebiet die Schleuse II "Oberhausen" und die auf der Stadtgrenze zu Essen liegende Schleuse III "Essen-Dellwig" in Betrieb.

1962 erreichte der Kanal mit seinen 32 Häfen das Spitzenergebnis von 27 Millionen Tonnen beförderter und umgeschlagener Güter, wobei ein erheblicher Teil bei der Steinkohle lag. Seit den 1970er Jahren hat der Kanal seine Bedeutung für die Montanindustrie verloren. Vorrangig werden jetzt Mineralöl, Schrott, Baustoffe und chemische Produkte transportiert. Außerdem wuchs in den letzten Jahren die Bedeutung der Freizeitschifffahrt. Hierzu wurden Sportbootmarinas, eine davon am CentrO, und Schiffsanleger für Fahrgastschiffe angelegt.

Die wachsenden Schiffsgrößen machten Anfang der 1970er Jahre einen Kanalausbau erforderlich. Hierzu war auch die Erweiterung der Schleusenanlagen notwendig. Diese wurden zur Aufrechterhaltung des Betriebes nacheinander 1979 und 1984 fertig gestellt. Nach dem Ausbau der Weststrecke bis zum Hafen Gelsenkirchen im Jahre 1986 hat der Kanal jetzt in Oberhausen eine Wasserrspiegelbreite von 55 Metern und eine Sohlentiefe von vier Metern. Die Scheuse III, die zuletzt aufgrund der Bergsenkungen nur noch einen Hub von einem Meter hatte, wurde 1981 nach einem Wasserspiegelausgleich zwischen den Schleusen Oberhausen und Gelsenkirchen beseitigt. Das neu gebaute, nun parallel zueinander liegende Schleusenpaar der Schleuse Oberhausen überwindet einen Höhenunterschied von 4,10 Metern und kann von einem zentralen Leitstand von einem Mitarbeiter gesteuert werden.  Beide Schleusenkammern haben eine Länge von 190 Metern, die Breite der Nordschleuse ist 11,99 Meter, die der Südschleuse 11,88 Meter. Von der über die Schleuse führenden Fuß-/Radwegbrücke hat man einen ausgezeichneten Blick auf den Betrieb.  

zurück 24/43 vor

Kontakt & Infos

Rhein-Herne-Kanal und Schleuse Oberhausen
Rosenstraße
46049 Oberhausen-Lirich

ÖPNV

Von Oberhausen Hbf mit Bus 957 bis "Tulpenstraße"