Gedenkstein Walkmühle

Gedenkstein erste Krupp-Produktionsstätte. Foto: RIK/Reinhold Budde
Gedenkstein erste Krupp-Produktionsstätte. Foto: RIK / R. Budde

Nur noch ein Gedenkstein aus dem Jahr 1926 an der heutigen Straße „An der Walkmühle“ erinnert heute an den Standort eines Hammerwerks, das den Ursprung der Krupp'schen Gussstahlproduktion in Essen bildete. Am 20. November des Jahres 1811 gründete der Kaufmann Friedrich Krupp (1787– 1826), zusammen mit den Gebrüdern Georg Karl Gottfried und Wilhelm Georg Ludwig von Kechel als Teilhaber eine Gussstahlfabrik in Essen.

„An der Walkmühle“ entstand ab 1812 ein zweistöckiges Fabrikgebäude. Friedrich Krupps Absicht war es, hier englischen Gussstahl zu erzeugen, der seit der Verhängung der sogenannten napoleonischen Kontinentalsperre ab 1806 nicht mehr auf den europäischen Markt gelangte.

1814 konnte die Fabrik den ersten Gussstahl verkaufen, dennoch war Krupp wenig erfolgreich und blieb so weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Krupp ließ in der Walkmühle einen Hammer von 329 Pfund anlegen, um auch größere Erzeugnisse bearbeiten zu können, aber er hatte  wenig Glück: Denn wegen des schlechten Wasserstandes des Flüsschens Berne konnte der Hammer nur unzureichend betrieben werden.

Wegen der ungünstigen Bedingungen „An der Walkmühle“ wurde die Fabrik auf das Grundstück von Friedrich Krupps Mutter, an die spätere Altendorfer Straße, verlegt. Bereits 1818 wurde hier ein kleines Wohnhaus für den Betriebsleiter errichtet, das später einmal das so genannte Stammhaus werden sollte. 1819 folgte ein Schmelzbau. Schließlich gelang es Friedrich Krupp 1823, hochwertigen Tiegelstahl zu produzieren. Allerdings war er durch den Bau der neuen Fabrik so verschuldet, dass er sein Wohnhaus in der Essener Innenstadt verkaufen musste, und mit seiner Familie 1824 in das Haus des Betriebsleiters auf dem Firmengelände einzog. Nur zwei Jahre später starb Friedrich Krupp im Alter von nur 39 Jahren.

Friedrich Krupps Nachfolger, sein Sohn Alfred, errichtete 1829 auf der Walkmühle eine Drehbank und eine Schleifmaschine, mit der erstmals 1830 qualitätvolle Stahlwalzen herstellen konnten. Mit der Errichtung eines Hammerwerks mit Dampfmaschine im Jahr 1834 endete die Zweiteilung der Friedrich-Krupp-Gussstahlfabrik: Durch das neue Hammerwerk an der Altendorfer Straße wurde das Werk an der Walkmühle überflüssig, 1839 wurde die dortige Fabrik schließlich verkauft.

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Kontakt & Infos

Gedenkstein Walkmühle
An der Walkmühle
45356 Essen-Vogelheim

ÖPNV

Vom Bahnhof "Essen-Altenessen" mit Bus 162 bis "Krablerstr.", dann 5 Min. Fußweg