Hügelpark

Denkmal von Alfred Krupp im Hügelpark. Foto: RIK/Guntram Walter
Denkmal von Alfred Krupp im Hügelpark.  RIK / Guntram Walter

Der Hügelpark erinnert heute an einen englischen Landschaftsgarten. Dieser Eindruck entspricht jedoch nicht der ursprünglichen Gestalt und Funktion des Hügelgeländes. Die heutigen Parks und Gärten der Villa Hügel sind das Ergebnis mehrerer Umgestaltungen.

Alfred Krupp stand einer betont künstlerischen Ausstattung seines Anwesens eher skeptisch gegenüber. Erst unter den nachfolgenden Generationen zwischen 1887 und 1914 wurden die Parks und Gärten repräsentativ und künstlerisch gestaltet. Die Terrassengärten wurden mit Figuren- und Vasenschmuck reich ausgestattet und neu bepflanzt. Typisch für den Geschmack des späten 19. Jahrhunderts waren ornamentale Teppichbeete und exotische Gewächse. Einige von ihnen sind heute noch erhalten. Weithin berühmt war die kostbare Orchideensammlung und -zucht. Gusseiserne Laternen, venezianisch anmutende Steinbecken und Skulpturen bereicherten die Gartenlandschaft. Im Park entstanden Freizeitanlagen für die Familie wie das „Spatzenhaus“, das 1894 von Friedrich Alfred und Margarethe Krupp als Spiel- und Lernhaus für ihre Töchter Bertha und Barbara (genannt die zwei Spatzen) gebaut wurde, ein Schlittschuhteich und Tennisplätze. Die Pavillons nahmen die naturkundlichen Sammlungen von Friedrich Alfred Krupp auf.

Nachdem die Familie 1953 endgültig auf die Villa als privaten Wohnort verzichtet hatte, wurden die noch verbliebenen Wohn- und Wirtschaftsgebäude, die noch bis 1945 im Rahmen des Wirtschaftsbetriebes Hügel genutzt wurden, abgerissen. Im Wesentlichen blieben das Gästehaus von 1914, drei Portiershäuser und das „Spatzenhaus“ erhalten. Im Vorfeld des Firmenjubiläums von 1961 wurde schließlich die Entscheidung getroffen, dem Ensemble Hügel sein heutiges Erscheinungsbild zu geben. Die Umgestaltung des Parks, zu dem jetzt auch die Öffentlichkeit Zugang hatte, folgte weitgehend Überlegungen der Zweckmäßigkeit. An die Stelle von Reitbahn und Tennisplatz vor dem Kleinen Haus wurden Parkplätze angelegt. Um 1960 verschwanden die Pavillons und Laubengänge der oberen Terrasse. Unterhalb der Terrasse wichen Lindenhain, Grotte und Teich einer flacheren Geländeführung. Neue Spazierwege und Rasenflächen wurden angelegt.

Teile des Ost- und Westparks trennte man ab, sie stehen seither als so genannter Krupp-Wald mit 78 Hektar der Öffentlichkeit als Erholungsmöglichkeit zur Verfügung. Der noch verbleibende engere Park umfasst heute etwa 28 Hektar. Ebenfalls aus jüngerer Zeit stammt die Aufstellung einiger Denkmäler der Krupp-Geschichte, die ursprünglich an anderen Standorten des Essener Stadtgebietes aufgestellt waren. Damit wurde der Park auch zum Ort der Erinnerung.

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Kontakt & Infos

Kulturstiftung Ruhr Essen
Villa Hügel
Hügel 1
45133 Essen-Bredeney
Telefon: +49 (0) 201 / 61 629-0

Öffnungszeiten und Führungen

Di-So 10-18 Uhr
Abweichende Öffnungszeiten während Wechselausstellungen oder Veranstaltungen möglich.
Gruppen nur nach Voranmeldung.
Führungen nur auf Anfrage Telefon + 49 (0)201 / 61 62 917