Siedlung Luisenhof

Siedlung Luisenhof. Foto: RIK/Reinhold Budde
Siedlung Luisenhof. Foto: RIK/Reinhold Budde

Die Namensgeberin für die am Frohnhauser Westpark gelegene Siedlung war Königin Luise von Preußen (1776-1810), Gemahlin des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Anlässlich ihres 100. Todestages 1910 sollte sie mit dieser Namensgebung geehrt werden. Auch eine Bronzeplastik im Eingangsbereich des Luisenhofes an der Liebigstraße erinnert an die Königin.

Bauherr des Luisenhofes war der 1908 gegründete „Nationale Arbeiterverein Werk Krupp Essen“, der eine Siedlung für seine Mitglieder mit Unterstützung der Firma Krupp errichten wollte. Ein entsprechendes Anschreiben des Vorstandes erging im Mai 1910 an die Firma Krupp, die recht zügig bereits im Juni 1910 antwortete und eine umfassende Unterstützung des Vorhabens zusicherte. Dem Verein sollte für 30 Jahre ein 82,15 Hektar großes Baugrundstück gegen eine jährliche symbolische Anerkennungsgebühr zur Verfügung gestellt werden inklusive der Übernahme der Straßenbaukosten durch das Unternehmen Krupp.

Erbaut wurde die Siedlung mit überwiegend viergeschossigen Bauten und 151 größtenteils dreiräumigen Wohnungen zwischen 1910 und 1912 nach Plänen des Essener Privatarchitekten Adolf Feldmann. 1916/17 folgte der an der Münchener/ Margarethenstraße liegende Luisenhof II mit 140 Wohnungen ebenfalls vom Architekten Feldmann konzipiert.

Eine Besonderheit des Luisenhofes liegt in der Anordnung der Eingänge. Konsequent sind fast alle Haustüren des ersten Siedlungsblockes an die Hofinnenseite verlegt. Die Zugänge zum Hof sind unscheinbar. Die Erschließung der Häuser durch den Innenhof ist nicht ungewöhnlich und wurde zeitgleich auch im Alfredshof praktiziert. Die Funktion des Luisenhofes als ein parkähnlicher Erholungsraum wird durch den ehemals von Bänken umgebenen Brunnenplatz unterstrichen, der heute als Spielplatz genutzt wird. Die Brunnensäule ohne monumentalen Gestus ist mit Muscheln, Girlanden und Früchten geschmückt. Sie erscheint als idyllischer Ruheplatz. Im Kontrast zu den strengen Außenfassaden ist die Hofseite weitestgehend mit Loggien versehen, an denen die ursprünglichen Schmuckgitter erhalten sind.

Der besondere Reiz des Luisenhof- Konzeptes liegt in der Umkehr des üblichen Gestaltungsschemas: Nach innen begrünte Höfe mit dekorierten Schmuckfassaden, die durchaus repräsentativ waren, nach außen schlichte, aber „wehrhafte“, an Trutzburgen erinnernde Fassaden, die die Siedlung gegen das Umfeld abschirmen.

zurück 24/40 vor

Kontakt & Infos

Siedlung Luisenhof
Luisenhof I:
Osnabrücker Str. / Liebigstr. / Hildesheimer Str.
Luisenhof II:
Margarethenstr. /Münchener Str. / Liebigstr.
45145 Essen-Frohnhausen

ÖPNV

Von Essen Hbf mit U-Stadtbahn U18 bis "Breslauer Str.", dann 5 Minuten Fußweg