Widia-Fabrik

Widia-Fabrik. Foto: RIK/Reinhold Budde
Widia-Fabrik. Foto: RIK/Reinhold Budde

Die Herstellung von Hartmetall nahm Krupp in der Essener Widia-Fabrik 1926 auf. Als erstes Unternehmen der Welt produzierte das Unternehmen auf Wolfram-Karbidbasis Legierungen aus Sinterhartmetall. Bis 1935 gehörten Hartmetall-Werkzeuge und- Plättchen für die Werkzeugbestückung zu den beiden wichtigsten Produktgruppen. Der Hartmetallname „Widia“ leitete sich aus der Bezeichnung „Wi(e)Dia(mant)“ ab und sollte auf den besonderen Härtegrad des Metalls anspielen. Ab 1935 wurde die Massenherstellung von Hartmetallkerngeschossen aufgenommen und bildete bis 1945 neben den Werkzeugen und Plättchen den dritten Produktionsschwerpunkt.

Trotz Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verfügte die Widia-Fabrik nach Kriegsende“ über eine ausreichende Menge an Wolfram als Rohstoffbasis für Wiederaufnahme der Produktion. Bei der britischen Besatzungsmacht setzte sich letztlich die Erkenntnis durch, dass ohne Widia-Hartmetall, an dem Krupp auch weiterhin das grundlegende Patentrecht hatte, keine Wiederbelebung der westdeutschen Wirtschaft möglich sei. Deshalb entschieden sich die Briten dafür den Wiederaufbau der Widia-Fabrik zuzulassen.

Nach 1946 kam bei der Widia-Fabrik die Produktionssparte Magnettechnik hinzu. Wichtiger Meilenstein im neuen Produktionsprogramm waren hochwertige Dauermagnete. Ab 1958 folgte mit der Übernahme der 1923 von Krupp gegründeten Wipla-Dentalstätten der Einstieg in die Medizintechnik. „Wipla“ (Wie Platin) war ebenfalls ein von Krupp erfundener geschmacksneutraler nichtrostender und säurebeständiger Stahl, der für den Zahnersatz verwendet wurde. Neben Legierungen für die Zahnheilkunde kamen biokompatible Werkstoffe für die chirurgische Implantat-Technik hinzu. In den 1970er und 1980er Jahren wurde die Widia-Produktion weltweit ausgebaut.

1995 wurde die Widia GmbH an den amerikanischen Werkzeugmaschinen-Hersteller Cincinnati Milacron verkauft. Heute trägt das Unternehmen den Namen Kennametal Widia Produktions GmbH & Co. KG und wird kontinuierlich zur Premium-Marke für Spezialanwendungen ausgebaut. Der Hauptproduktionsstandort ist immer noch Essen.

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Kontakt & Infos

WIDIA
Münchener Straße 125-127 (Eingang: Harkortstr. 60)
45143 Essen

ÖPNV

Von Essen Hbf  mit U-Stadtbahn U 18 bis „Savignystr./ETEC“, dann 5 Min. Fußweg