Kaserne der Paulinenhütte

Kaserne der Paulinenhütte. Foto: RIK/ R. Budde
Kaserne der Paulinenhütte. Foto: RIK/ R. Budde

Ein besonderes Wohnmodell hatte sich die Leitung der Paulinenhütte AG ausgedacht: Familien und ledige Arbeiter sollten unter einem Dach wohnen und dabei die Frauen und Töchter der verheirateten Arbeiter die anfallende Hausarbeit auch für die Ledigen übernehmen. Da Unverheiratete wegen der langen Arbeitszeiten kaum in der Lage waren, einen eigenen Haushalt zu führen, und selbst qualifizierte Arbeiter ohne einen Nebenverdienst ihrer Angehörigen selten eine Familie unterhalten konnten, war diese Wohnweise auf privater Ebene in Form des Kost- und Schlafgängerwesens weit verbreitet.

In der Anfangszeit der Industrialisierung überwog im Ruhrgebiet die Zahl der ledigen Arbeiter. Sie konnten, da sie ungebunden waren, leicht den Arbeitsplatz wechseln, sobald anderswo höhere Löhne lockten. Die Unternehmen waren jedoch auf eine dem Werk verbundene Stammarbeiterschaft angewiesen. Indem das Modell der Paulinenhütte sowohl den ledigen als auch den verheirateten Arbeitern, bzw. denen, die eine Familie gründen wollten, eine günstige Wohnmöglichkeit bot, wuchs die Wahrscheinlichkeit, dass diese Arbeiter blieben. Außerdem konnte das Unternehmen auf ein eigenes Kost- und Logierhaus (Menage) für seine allein stehenden Belegschaftsangehörigen verzichten. Ob das Konzept verwirklicht wurde, ob es sich bewährte und wie gegebenenfalls die Frauen und Töchter die anfallende Arbeit bewältigten, ist nicht überliefert. Der Bauantrag von 1857 sah Wohnungen für 16 Familien und Schlafsäle für 100 Ledige vor. 

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Kontakt & Infos

Kaserne der Paulinenhütte
Paulinenstraße 1a - 13
44137 Dortmund

ÖPNV

U-Stadtbahn U43, U44 bis "Heinrichstraße"