Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Foto: RIK/ R. Budde
Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Foto: RIK/ R. Budde

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte ist das älteste Museum des Ruhrgebiets. Die Entdeckung eines Schatzes Dortmunder Münzen aus dem 15. Jahrhundert gab den ersten Anstoß, die "Alterthümer unserer Stadt zu sammeln, wie sich das für eine große, alte Stadt wohl ziemte" (aus einem Schreiben des Oberbürgermeisters Karl Zahn an den Magistrat der Stadt Dortmund vom 24. Februar 1866). 1883 kam es dann zur Gründung einer Sammelstelle, "in welcher die in der Stadt noch vorfindlichen Gegenstände von historischem, künstlerischem oder kunsthistorischem Interesse vereinigt dem Publikum zur wissenschaftlichen Benutzung zugänglich gemacht werden sollen". Aus dieser Sammelstelle heraus entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein ausgewachsenes Museum, das der Sammlung entsprechend den Namen "Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund" erhielt. Heimat des Museums war von 1911 bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Gebäude des ehemaligen Oberbergamts am Ostwall 7. Die Sammlung konnte durch vorzeitige Auslagerung gerettet werden und befand sich von 1946 bis 1983 im Schloss Cappenberg.

Pünktlich zum 100jährigen Bestehen des Museums konnte es endlich wieder in die Dortmunder Innenstadt heimkehren. Neue Heimat wurde nach einem fünf Jahre dauernden Umbau das Gebäude der alten Sparkasse.

1921 - 1924 ließ das Geldinstitut nach den Plänen des Architekten Hugo Steinbach den monumental-sachlich wirkenden Neubau an der Hansastraße im Stil des Art Deco errichten. Im Grundriss asymmetrisch, sind die Hauptansichten, die heute durch ein direkt benachbartes Gebäude erheblich beeinflusst sind, auf die zwei konkav eingezogenen Ecken hin konzipiert worden. Ein Portalvorbau mit drei schmiedeeisernen Eisentoren bildete den Haupteingang. Die Eingangsachse endete in der als Zentralraum gestalteten monumentalen Kassenhalle, die zeitweise der "größte Kassensaal des Westens" gewesen sein soll. Vom Ursprungsbau blieben nach dem Umbau zum Museum die Fassade und die Rotunde erhalten.

Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte kann man mit wenigen Schritten die Jahrhunderte von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart durchschreiten. Besonders sehenswert sind unter anderem der Dortmunder Goldschatz, das romanische Triumphkreuz, die Madonnen des Conrad von Soest sowie das Raritätenkabinett der Renaissance. Daneben lockt die Kunstsammlung mit Werken bedeutender Maler des 18. Und 19. Jahrhunderts wie C. D. Friedrich, Spitzweg, Feuerbach, Liebermann, Slevogt und Corinth.

Eine Attraktion des Museums sind mehrere inszenierte Zimmer, welche gehobene Wohnkultur repräsentieren: vom französischen Empire über Biedermeier und Neugotik bis hin zu einem Damensalon des Jugendstilarchitekten Josef Maria Olbrich. In der Abteilung für Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts wird der Aufstieg Dortmunds zur industriellen Großstadt mit all ihren Facetten gezeigt. Die Rolle der Frau in den zwanziger Jahren ist nur ein Beispiel der dargestellten Themen. Bezeichnende Dortmunder Biographien aus den dreißiger Jahren und der Film von Elisabeth Wilms "Alltag nach dem Krieg" lassen Geschichte anschaulich werden.

Dem Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. ist die außerordentlich gute Sammlung an Vermessungsgeräten zu verdanken, die heute neben dem Deutschen Museum die bedeutendste Sammlung dieser Art darstellt. 

zurück 17/53 vor

Kontakt & Infos

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastraße 3
44137 Dortmund

Geodaten

51° 30' 59" N 7° 27' 47" O 

ÖPNV

Dortmund Hbf
(5 Minuten Fußweg) 

Tipp

Der benachbarte Löwenhof (Hansastraße 2) wurde in den Jahren 1912/13 nach den Plänen der Architekten Paul Lutter und Hugo Steinbach errichtet. Lange Zeit war das Gebäude als Stahlhaus bekannt, da es von 1921-1991 auch Firmensitz der Heinr. August Schulte Eisenhandlung, später Thyssen-Schulte, war. Heute ist es Sitz der Volkshochschule. 

Partner der Ruhrtopcard 2018